Herzlich willkommen bei den Vierpfotenprofis

Eine neue Katze kommt ins Haus und der Frieden ist dahin? Ihre Samtpfote hält das Sofa für die Toilette? Ich erarbeite mit Ihnen ein Konzept zur Lösung des Problems, etwa bei Unsauberkeit, Markieren, Zerstörungswut, Aggression gegen andere Tiere oder Menschen. Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne. Beratung, die länger dauert als zehn Minuten, ist kostenpflichtig. Preise und Leistungen sehen Sie auf der Seite rechts.

14.7.17

Katerbrüder suchen das Glück gemeinsam




Für Tarek und Terence hatten wir ein sehr gutes Zuhause gefunden, die aus den ehemals sehr schüchternen Buben zwei Kater geformt haben, die wir jetzt als menschenbezogen und verschmust bezeichnen können. Leider verlieren sie nun ihr Zuhause, weil ihr Frauchen eine massive Allergie gegen Katzenhaare entwickelt hat und sich schweren Herzens von ihnen trennen muss. Tarek und Terence wohnen in einer Doppelhaushälfte am Feld, wo sie ihren Freigang genießen. Sie haben sich mittlerweile auch gut an den Nachbar-Hund gewöhnt.


Seit einiger Zeit wird mit ihnen geklickert; sie können schon einige einfache Übungen auf Kommando ausführen.
Wenn es einmal in der Woche frische Hühnerherzen gibt, kennen die beiden Kater keine Freunde, da kommen ihre nahen Verwandten, die Tiger, so richtig durch.
Tarek und Terence wurden auf Pfingstdienstag ein Jahr jung. Sie sind kastriert, gechippt, geimpft und auch ansonsten in einem gesundheitlichen Top-Zustand.
Wir suchen nun ein neues – natürlich rauchfreies - Zuhause für die Beiden, wo ihnen Freigang in verkehrsberuhigter Gegend geboten werden kann. Vorhandene Kinder sollten bereits das 10. Lebensjahr erreicht haben. Wir vermitteln Katzenpaare gerne zu Vollberufstätigen.
Tarek und Terence leben in 42781 Haan
Vermittlungsradius: ca. 30 km um Hilden/Rheinland




Kontakt über Katzenpflegestellen-Betreuerin:
Christa Becker, Telefon (0 21 29) 3 16 49
oder per eMail an: becker(at)agtiere.de

13.7.17

Und wieder mal das Thema "Tiere aus dem Ausland"

Tiere aus dem Ausland mit nach Hause nehmen?

Rhein-Sieg-Kreis (ar) – „Ich könnte etwas Gutes tun und die süße Katze oder den niedlichen Hund ja mit nach Hause nehmen!“ Solche und ähnliche Gedanken kommen schon einmal auf beim Anblick von streunenden Hunden oder Katzen im Urlaubsland.
Doch „Vorsicht“: Katzen und Hunde aus Südeuropa, den Subtropen oder Tropen können nicht nur für Mensch und Tier gefährliche Krankheiten einschleppen. Und wenn die notwendigen Papiere fehlen, endet die Einreise des neuen „Familienmitglieds“ auch schneller als erwartet. Kann z.B. kein wirksamer Tollwutschutz nachgewiesen werden, sind die verantwortlichen Tierärztinnen und Tierärzte am Flughafen verpflichtet, das Tier in Gewahrsam zu nehmen und schlimmstenfalls für einen längeren Zeitraum unter Quarantäne zu stellen. 
.......
„Wer trotz der damit verbundenen Risiken unbedingt einem Tier aus dem Ausland ein neues Zuhause bieten möchte, sollte sich vorher ausführlich informieren, ob alle Einreisebestimmungen definitiv erfüllt sind“, empfiehlt Dr. Klaus Mann, Leiter der Abteilung Tiergesundheit im Kreisveterinäramt. 

Diesen Rat sollten Urlauberinnen und Urlauber übrigens auch beherzigen, wenn sie vor Ort als „Flugpatin“ oder „Flugpate“ für einen Vierbeiner angeworben werden. Auch diesen Tieren fehlen häufig die notwendigen Impfungen oder die dazugehörigen Papiere. ..........

Wer tierischen Familienzuwachs sucht, wird aber auch in Deutschland fündig: „In den Tierheimen und Auffangstationen in der Region warten viele tierische Mitbewohner dringend auf ein neues Zuhause. Sie sind bereits geimpft und gekennzeichnet und in der Regel auch kastriert“, so Dr. Klaus Mann.

Dieser Text kam heute per Newsletter von AHO Redaktion Kleintiere & Pferde. Ich habe ihn hier leicht gekürzt wiedergegeben.

KOMMENTAR: Ja, es ist unverantwortlich, Tiere mit ungewissem Gesundheitsstatus ohne gültige Papiere nach Deutschland zu schmuggeln. Und es ist illegal. Wir haben seit vielen Jahren keine Tollwut mehr und wir wollen, dass das so bleibt. ABER: Kein seriöser Tierschutzverein lässt sich auf solche krummen Aktionen ein. Wer sich im Urlaub um ein Tier dort kümmern möchte oder sich als Flugpate engagieren will, wendet sich bitte an einen dortigen Tierschutzverein.

Viele der Kollegen, die dort vor Ort arbeiten, sind einfach auf Flugpaten angewiesen. Denn ohne sie ginge gar nichts.Und das Argument, dass man auch hier vor Ort Tieren helfen kann, ist leider keins. Denn man kann sehr wohl das eine tun ohne das andere zu lassen. Und wenn ich für mich eine Entscheidung treffen muss, wo ich ZUERST helfe, dann doch wohl da, wo das Elend am größten ist, oder nicht?  

28.6.17

Die Domestikationsgeschichte der Katzen




Lange wurde ja angenommen, dass sich die Katzen selbst domestiziert haben. Diese Hypothese, die auf Leyhausen zurückgeht, wird aber zunehmend in Frage gestellt. Amerikanische Wissenschaftler bezweifeln, dass die Ägypter, die viele Tiere bewusst domestizierten, ausgerechnet das bei der Katze nicht getan haben sollen. (s. Gansloßer, Verhaltensbiologie der Hauskatze)
Und es gibt immer neue Funde, die die Abstammung und Haustierwerdung der Katze neu beleuchten.

http://www.wissenschaft.de/kultur-gesellschaft/gesellschaft/-/journal_content/56/12054/18305440

26.6.17

Das Ding mit der Sachkunde

So, und wenn mich nochmal jemand fragt, ob sich denn nicht einfach jeder "Katzenpsychologe" nennen kann, dann sage ich nur:
Sachkundelehrgang Katzenhaltung mit Prüfung nach

TierSchG §11 Abs. 1 Nr. 3, 5, 8 a)

inkl. Transportbefähigung bestanden



Musste erst mal können....Im Übrigen lässt sich meine Ausbildung und die Fortbildungen, die ich gemacht habe, gerne unter "Über mich" nachlesen.
  

3.6.17

Aktion: Hilfe für die Katzen von Kairo.

Aktion: Hilfe für die Katzen von Kairo. 

In Kairo musste ein Tierheim schließen. Noch sind es 15 Katzen, die versorgt und vermittelt werden müssen. Eine deutsche Tierschutzkollegin hilft wo sie kann, um die letzten der Tiere noch zu retten. In Kairo haben sie keinerlei Chancen.
Gesucht werden Spenden, Patenschaften von 10, 20, 30 Euro monatlich und natürlich Adoptanten. Unter den Katzen sind Rassekatzenmixe (Perser) und eine hübscher als die andere.
Ich starte hiermit die Aktion: Wer hilft den Katzen von Kairo?
Ich spende von jeder tierpsychologischen Beratung der nächsten Monate 50 Prozent für diese Tiere, damit sie versorgt werden und überleben können.
Wer macht mit? Wer hilft?
Bei Interesse vermittle ich gerne den Kontakt zur Kollegin.


2.6.17

Buchtipp: Katzenkindergarten von Sabine Schroll

Die österreichische Tierärztin und Verhaltensmedizinerin Sabine Schroll ist ja den meisten Katzenbesitzern ein Begriff - auch durch ihre Bücher. Vor Kurzem ist ihr neuestes Buch erschienen: "Katzenkindergarten". Darum geht es um die Erziehbarkeit der Katzen generell und die der jungen Katzen insbesondere.

Schroll stellt darin ihr Konzept für einen Katzenkindergarten analog zu einer Welpenschule für Hunde vor. Und sie gibt genaue Anleitungen für bestimmte Übungen. Die sollen nicht zum Selbstzweck trainiert werden, sondern zum einen, um das Zusammenleben zu erleichtern. Zum anderen aber auch, um bestimmte schwierige Situationen zu erleichtern, etwa den Besuch beim Tierarzt und die Behandlung dort.


Eigentlich wäre es schön, jeder, der sich ach so niedliche, süße Katzenwelpen anschafft, würde dieses Buch wenigstens lesen und verstehen. Wie man sieht, arbeiten wir auch schon dran. Ich habe es gelesen und Halima ist  - na sagen wir mal  mäßig - interessiert. Aber wie sagt Frau Schroll: "Katzen erziehen ist eine Herausforderung".

Sabine Schroll, Katzenkindergarten, 2017, Books on Demand  

17.5.17

Wie sieht ein gutes Katzenklo aus?

Es gibt sie in allen möglichen Formen, Farben, Größen: Katzentoiletten. Im Handel werden sie gerne angepriesen, indem darauf verwiesen wird, wie chic sie aussehen und wie gut sie zur Wohnungseinrichtung passen. Außerdem sind Deckelkos mit Schwingtür ja so praktisch weil die Streu nicht herumfliegt.

Wenigstens offen, aber zu klein. Foto: Born 

Warum keine Deckeltoiletten?

Es ist immer wieder völlig erschreckend zu sehen, was Menschen ihren Tieren zumuten, wenn es um die Toilette geht. Winzige Klos, in die hinterletzte Ecke des Badezimmers gequetscht, werden stolz präsentiert. Nicht mal ein Welpe kann sich darin wohl fühlen, geschweige denn eine ausgewachsene Katze. Das Tier hat keinen Bewegungsspielraum keine Möglichkeit, sich zu drehen oder zu wenden, ohne überall anzustoßen. Gefangen im Gestank der eigenen Exkremente, in einer Falle sitzend, soll die Katze möglichst geräuschlos und für den Menschen unauffällig ihre Geschäfte verrichten. Und wehe, sie tut es nicht. Sie ist unsauber? Weg damit!

Was ist bloß los mit den Katzenhaltern? Denken die auch mal an die Bedürfnisse ihrer Katze, statt  an die eigenen?

Was macht eine gute Katzentoilette aus?

  • Sie ist groß, mindestens anderthalb mal so groß wie die Katze.
  • Sie bietet Platz zum Drehen und Wenden
  • Sie bietet Sicht nach allen Seiten
  • Sie steht an einem ruhigen Ort ohne Durchgangsverkehr
  • Sie wird jeden Tag mindestens zweimal von Kot und Urin gesäubert

Katzenkloregeln für die Katzengruppe

Eine Toilette pro Katze ist die Mindestanforderung
Klos nicht nebeneinander stellen
Sicherstellen, dass jedes Tier in Ruhe die Toilette benutzen darf


Im nächsten Beitrag geht es um das Thema Klomobbing 

 


   
  

8.5.17

Das ewige Thema Katzenklo

Gerade sehe ich wieder eine Katze, die oben auf einer komischen Kiste hockt, die sich Katzenklo nennt. Die Kiste kostet über 100 Euro. Es gibt sie in stylishen Farben und überhaupt ist sie ein Designerteil. Sie wurde gemacht, damit sie Menschen gefällt. Noch Fragen?

Komisch, ich dachte immer, eine Katzentoilette sollte der Katze gefallen. Also, sie sollte die Bedürfnisse einer Katze erfüllen. Ach, die Katze hat Bedürfnisse ?

Gerade groß genug für ein Katzenkind, aber wenigstens offen. Foto: Sylvia Born


Woher wissen wir denn, welche Anforderungen die Katze an einen Ausscheidungsplatz stellt? Es lohnt sich, Tiere zu beobachten, die unbeeinflusst vom Menschen, Urin oder Kot absetzen.

Eine Katze schaut in alle Richtungen, ob alles ruhig ist und ob irgendwo Artgenossen zu sehen sind. Nur, wenn sie sich vollkommen sicher fühlt und von keiner Seite Gefahr droht, setzt sie sich nieder, scheidet aus, riecht an ihren Hinterlassenschaften und scharrt.

Wie soll das bitte in einem geschlossenen Bunker gehen?

Abgesehen davon: In einer nicht wirklich harmonischen Gruppe kommt es häufig zum "Klomobbing". Davon mehr beim nächsten Mal.

1.5.17

Katzen können sozial, müssen aber nicht gesellig sein

Ein paar schöne Aussagen vom Wochenendseminar mit Tierärztin und Verhaltensmedizinerin Sabine Schroll. Schon die allein waren die Teilnahme wert. So viel als Botschaft für alle, die gut gemeint. aber extrem naiv den Grundsatz verkünden, Katzen müssten unbedingt immer zu zweit gehalten werden.

Katzen sind fakultativ sozial

Rassekatzen sind, bedingt durch die Zucht, sozialer

Katzen können eine sehr unterschiedlich ausgeprägte Sozialkompetenz haben

Katzen können sozial, müssen aber nicht gesellig sein   

   

24.4.17

So macht das Lernen Katzen Spaß

Die Samtpfoten gelten oft als unerziehbar oder als dickköpfig und eigenwillig, Jedenfalls sollen sie nur schwer lernen, was Menschen ihnen beibringen wollen. Dabei funktioniert das Lernen bei Katzen genauso, wie bei anderen Säugetieren auch – mit Spiel und Belohnung.

Katzen tun, was sie wollen und gehorchen nicht – sagen die Hundebesitzer, die stolz darauf verweisen, dass ihr Vierbeiner „Sitz“ und „Platz“ beherrscht. Wozu sollte eine Katze wohl auch solche aus Katzensicht völlig unsinnigen Kommandos befolgen? Eine Katze, die auf sich hält, hat einen eigenen Kopf. Was aber nicht heißt, dass sie nicht lernfähig ist: im Gegenteil. Sie lernt sehr gut – wenn sie will – und bis ins hohe Alter. Am allerbesten jedoch funktioniert das Lernen bei jungen Katzen. So sind die ersten drei Lebensmonate und das, was dort eingeprägt wird, mit entscheidend für das Sozialverhalten des erwachsenen Tieres und das weitere Leben.
Hillary mit dem Katzentrainer, einer Futterstation, bei der die Belohung erarbeitet werden muss

Darüber hinaus lernen Katzen nicht anders, als Hunde auch. Wer kennt nicht das berühmte Experiment des russischen Forschers Iwan Petrowitsch Pawlow, das die Methode des „klassischen Konditionierens“ begründete? Hier wird ein ursprünglich neutraler Reiz, also der Klingelton, mit der Futtergabe kombiniert. Letztlich lernt der Hund, dass der Ton Futter bedeutet und speichelt, selbst wenn nur das Geräusch ertönt, ohne dass es Futter gibt. Haben Sie schon einmal Ihre Katze beobachtet, wenn sie mit der Futterdose rappeln? Kommt sie dann nicht und streicht Ihnen um die Beine?

Katzen lernen am Erfolg

Die andere Lernform, das „operante“ Konditionieren, also das Lernen am Erfolg, ist wohl das, was jeder Katzenhalter im Alltag einsetzt, wenn auch manchmal unabsichtlich. Die Katze tut etwas Wünschenswertes und wird belohnt. Je schneller, je öfter, je konsequenter, umso größer ist dabei der Lerneffekt. Dieses Wissens bedient sich auch das Klickertraining, mit dem die Feliden die erstaunlichsten Tricks und Kunststückchen erlernen können – etwa Pfötchen zu geben, über Balken zu balancieren, durch Reifen zu springen und vieles mehr.  Auch das funktioniert natürlich bei jungen, sehr spielfreudigen Tieren am einfachsten und leichtesten. Aber die Methode wirkt bei jeder Samtpfote. Nur braucht die eine kürzer, die andere länger – wobei eben auch die gewählte Belohnung eine große Rolle spielt. Verfressene Garfieldjünger lassen sich leichter mit Futter und Leckerchen motivieren. Verschmuste Naturen werden eher für eine Streicheleinheit aktiv.


Wichtig zu wissen ist, dass die Katzen nur Dinge gut lernen, die ihrer Natur und ihren Instinkten entsprechen und für die sie körperlich ausgerüstet sind. Dazu gehören etwa Springen, Klettern, Balancieren oder mit den Pfoten Dinge irgendwo heraus angeln. Schwerer wird es, zu lernen, dem angeborenen Jagdtrieb zu widerstehen oder Fährten zu lesen. Das letztere ist und bleibt dann doch eher eine Domäne der Hundekonkurrenz, die dafür besser ausgestattet ist.  

20.4.17

Nicht schön genug, um vermittelt zu werden?



Das ist die sehr traurige Geschichte von Mili und Pili, zwei Katzen, die einfach nur grau getigert sind. Außerdem hat eine von beiden einen verkrüppelten Schwanz. Und sie sind eher ängstlich. Und sie müssen zusammen bleiben. Das sind sicher alles Gründe, warum sie niemand will.
Aber da sind auch noch die Gründe, warum sie es verdient haben, ednlich ein Zuhause zu bekommen: Sie sind nicht böse, nicht aggressiv, sondern vom Leben gebeutelt. Sie lieben einander und können nicht ohneeinander sein. Sie haben Schlimmes erlebt und möchten so gerne vertrauen. Sie haben noch das ganze Leben vor sich und wenn man mit ihnen arbeitet, werden sie auch noch weiter aufblühen.

Die beiden leben in der Nähe von Würzburg in einer Notpflegestelle, könnten aber auch bei Interesse weiter weg gebracht werden. Sie werden von einem spanischen Tierschutzverein, "Ayandena", mit Schutzvertrag vermittelt.
Kontakt: 0202/7379140

19.4.17

Schlafen und Träumen bei Katzen Teil II






FORTSETZUNG VOM  17.4. 2017

Auszug aus dem Artikel in der Tierwelt, Ausgabe 14/2017

Was aber passiert nun, wenn Katzen schlafen? Die Schlafforscherin Professor Irene Tobler, die lange an der Universität Zürich – am Institut für Pharmakologie – gelehrt hat, klärt auf: «Im Schlaf ist der Körper mehrheitlich bewegungslos, mit Ausnahme von Änderungen der Körperstellung und vereinzelten Zuckungen. Dabei ist das parasympathische Nervensystem aktiv, das den ganzen Körper auf Ruhe steuert». Charakteristisch ist, dass sich im Hirn typische Abfolgen von Wellen unterscheiden lassen. Die bezeichnen die Wissenschaftler als Non-REM und REM-Schlaf, wobei die Abkürzung für «Rapid Eye Movement» also schnelle Augenbewegungen steht.

Und was stimmt denn nun von der oft gehörten Behauptung, Katzen würden träumen und im Schlaf die Erlebnisse des Tages verarbeiten? Was bedeutet es, wenn die Pfoten oder die Tasthaare zucken? Ein französischer Wissenschaftler namens Michel Jouvet konnte im Experiment in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts die im REM-Schlaf vorhandene Muskellähmung bei Katzen aufheben. Die Tiere liefen im Schlaf umher und verhielten sich scheinbar so, als ob sie jagen würden. Jouvet nannte das «enact their dreams».


Die Schweizer Schlafforscherin bleibt skeptisch. «Der REM- Schlaf ist nicht einfach der Traumschlaf», stellt sie klar. «Menschen berichten etwa aus allen Schlafphasen über Trauminhalte. Und so lange wir keine besseren Nachweismethoden haben, kommen wir mit unserem Wunschtraum, den Tieren das Träumen anzudichten, nicht weiter».

17.4.17

Wie viel Schlaf braucht die Katze? Teil I


Katze Tina. Foto Lewicka

Eigentlich sollten bei schönstem Frühjahrswetter nun die Katzen draußen herumstromern. Aber es regnet, ist kalt und alle tierischen Bewohner dieses Hauses schlafen. Normal oder Grund zur Besorgnis? Dieser Text gibt Auszüge meines letzten Artikels in der Schweizer "Tierwelt" wieder.

Wenn Katzen schlafen, so völlig in sich versunken, wirkt das auf Menschen anziehend und anrührend. Leise hebt sich dann der pelzige Brustkorb. Der Atem geht langsam und regelmässig. Unwillkürlich zuckt es in den Fingern, einer schlafenden Katze über das Fell zu streicheln. Und manches Tier dreht sich dabei auf die Seite und zeigt dem vertrauten Menschen sogar den Bauch, während es scheinbar weiterschläft oder döst.

Etliche Büsis machen im Schlaf leise Geräusche, andere zucken mit den Pfoten, ein Grund für die Annahme, sie würden träumen – vielleicht von saftigen Mäusen. Das finden Menschen schön und oft auch erheiternd. Denn so manche Mieze wählt sich für ihre Ruhestunden recht ungewöhnliche Plätze aus. Frei nach dem Motto «Platz ist in der kleinsten Ecke» quetschen sich viele Tiere in winzige Kartons, Brotkörbe, Obstschalen, Waschbecken oder andere Behältnisse. Sie rollen sich artistisch zusammen und schlafen in scheinbar völlig unbequemen Positionen tief und fest.

So verführerisch es auch sein mag, eine schlafende Katze zu berühren und zu streicheln, sollten Menschen ihr doch diesen Ruheplatz lassen und sie dort auf keinen Fall bedrängen. «Jede Katze braucht einen sicheren Rückzugsort, einen Platz an dem sie sieht, aber nicht gesehen werden kann», sagt Dr. Anneli Muser Leyvraz, Tierärztin und Präsidentin der Schweizerischen Tierärztlichen Vereinigung für Verhaltensmedizin (STVV). Besonders erhöhte Plätze sind bei den Tieren sehr beliebt, denn sie versprechen ebenso Überblick wie Sicherheit. Auch gerne angenommen werden «Höhlen», etwa in Kleiderschränken oder Regalen, die mit einer Decke ausgepolstert sind. Und beliebt sind bei den wärmeliebenden Tieren im Winter Ruheplätze vor oder neben einer Heizung oder einem Ofen – vielleicht ein Erbe der afrikanischen Vorfahren.

Wenn ein so aktives Tier wie eine Katze ihren Drang nach Bewegung und Beutefang nicht ausleben kann, führt das nicht nur zur Frustration, sondern möglicherweise auch zur Depression oder – zum Rückzug in den Schlaf. Als dämmerungsaktive Tiere würden die Büsis eigentlich in der Morgen- und Abenddämmerung auf die Jagd gehen, dementsprechend verzeichnet ihr Aktivitätsmuster hier auch zwei Höhepunkte – selten zur Freude des Menschen, der in den Morgenstunden selbst schlafen möchte. 

«Die Tiere können sich in vielen Fällen dem Lebensrhythmus ihres Halters anpassen, aber sie brauchen dennoch unbedingt die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse auszuleben, aktiv zu werden und sich tiergerecht zu beschäftigten», appelliert die Verhaltensmedizinerin. 


So kann es durchaus eben auch ein Warnsignal sein, wenn eine Katze «nur schläft» und so gar nicht spielen will, wie viele Katzenbesitzer erzählen. Ob sie sich aus Mangel an Beschäftigungsmöglichkeiten sich in sich selbst zurückziehen, oder ob sie eine organische oder altersbedingte Erkrankung haben, kann nur der Tierarzt abklären» so Dr. Muser Leyvraz. Womöglich kann Schlafen aber auch ein Stresssymptom sein: Wenn sich ein Tier Platz und Revier mit vielen anderen Artgenossen teilen muss oder unter schlechten Haltungsbedingungen lebt, kann es sein, dass es den Kontakt zur Aussenwelt abbricht, indem es sich in den Schlaf flüchtet.



FORTSETZUNG TEIL II folgt

10.4.17

Katzen mit Handicap: Kennedy und Sorai



Kennedy und Sorai sind Tierschutzkatzen und werden von der Aktionsgemeinschaft für Tiere vermittelt. NOCH NIE haben Katzen so lange warten müssen, bis sich überhaupt einmal ein Mensch für sie interessiert. Im Sommer fährt ihre Pflegestelle für zwei Monate in den Urlaub und es wird eine Unterbringung für die beiden gesucht. Wie viel schöner wäre es, sie würden endlich eine Familie finden.


Ja, Sorai hat nur ein Auge. Dafür kann sie nicht. Wäre ihr Schnupfen behandelt worden....aber das kam dem Bauern ja nicht in den Sinn. Aber sie ist, so wie sie ist, dennoch hübsch und liebenswert, wenn auch Menschen gegenüber aus verständlichen Gründen erstmal vorsichtig. Kennedy ist ein Bärchen, ruhig, verschmust, gemütlich. Beide schätzen einen kleinen Garten, evtl. würde auch ein Balkon ausreichen, um sich zu sonnen. 





Unter ihren Vorfahren und Verwandten waren etliche langhaarige Katzen und beide haben trotz ihres kurzen Fells eine rundliche Statur Beide können nicht ohne einander. Sie sind gesund, kastriert, gechippt, werden im Sommer acht Jahre alt und wohnen in Wuppertal. Achtung: Kontakt 0202/7379140

4.4.17

Ankommen im neuen Leben - und alles macht Angst

 
Vorhin klingelte wieder das Telefon: Eine Katze aus dem Tierheim ist vor anderthalb Tagen eingezogen. Sie verkriecht sich nur, frisst und trinkt nicht. Sie hat, obwohl als sozial beschreiben, auch panische Angst vor der vorhandenen Katze. Die Halterin macht sich Sorgen.
Ja, das ist nur zu verständlich. Wer ein Tier adoptiert, möchte, dass es sich wohlfühlt. So große Angst macht betroffen. Wir möchten gerne helfen, wissen aber nicht wie.

Keine Katze verhungert freiwillig. Wenn sie einen, zwei, oder drei Tage nicht frisst, ist das nicht schön. Aber wichtig ist, dass sie Flüssigkeit zu sich nimmt. Dauert der Zustand eine Woche lang an, ist spätestens dann der Tierarzt gefragt.


Sam, der nach vielen Jahren dank TASS0 wiedergefunden werden konnte. Im Moment hat er noch viel Angst. Er lebt in einer Pflegestelle in Velbert und sucht ein Zuhause als Einzelkater im Großraum Essen/Wuppertal/Düsseldorf. Sam ist gesund und zehn Jahre alt, Kontakt 0202/7379140  
  Was können Menschen tun, um dem Neuankömmling zu helfen?

Einen ruhigen eigenen Raum zur Verfügung stellen und Rückzugsmöglichkeiten schaffen
Nicht sofort mit den anderen Katzen/Hunden/Tieren zusammenlassen
Höhlen und Verstecke anbieten
Futternapf und Toilette in die Nähe der Katze stellen       
Spielangebote machen, aber nicht bedrängen
Immer wieder vorsichtig den Kontakt aufnehmen, aber Katze nicht anstarren
Präsenz zeigen, aber nicht zu nahe kommen
Einfach da sein, vorlesen, damit die Stimme vertraut wird
Ale Arten von Fliegengittertüren können hilfreich sein, sind aber kein Allheilmittel
Pheromonstecker können helfen - aber sie sind eben nicht mehr als ein Duft

Das Wichtigste und wenn es noch so schwerfällt: Geduld bewahren und die Tiere in ihrem eigenen Tempo kommen lassen. Angst ist ein starkes Gefühl und sichert unter Umständen das Überleben. Kein Wunder, dass viele Katzen im Anfang instinktiv "in Deckung" gehen und erst langsam alles Neue erkunden. 

Und das ist nicht wenig: Neue Menschen, neues Revier, neue Artgenossen, Tagesabläufe - eine Vielfalt von Eindrücken stürzt auf den Neuankömmling ein. Und jede Katze hat ihre eigene Vorgeschichte und Erfahrungen. es wird und kann keine Patentrezepte für den Umgang mit der Angst geben. Außer den Rat, alles was Angst macht, in ganz kleinen Häppchen zu präsentieren um die Ungefährlichkeit zu beweisen. Bleibt das Tier ruhig und gelassen, kann man den Reiz verstärken und auch mit einer kleinen Belohnung arbeiten. Den großen Rest erledigt die Zeit.      

27.3.17

Schmusie und ihre Angst: Katzenmenschen gesucht


Schmusie-Hillary-Lilly, drei Namen und Stationen einer Katze, die in ihrem kurzen Leben schon viel zu oft hin und her geschubst wurde. Sie ist eine wunderhübsche und sehr intelligente Katze, die nach Zuwendung und Beschäftigung schreit. Und sie hat das, was man mit ihr gemacht hat, wirklich nicht verdient. Sie sucht so sehr einen Menschen, bei dem sie endlich für immer ankommen kann. Sie wird fünf Jahre jung, ist gesund, munter, verspielt, geimpft, kastriert und gechippt. Sie kann Türen und Schränke öffnen und sprintet gerne mit Anlauf durch die Wohnung.
Wir konnten sie, weil sie NIEMAND haben will, nur einer Notpflegestelle unterbringen. Da ist sie versorgt, aber es fehlt an Zeit und Beschäftigungsmöglichkeiten. Dennoch versuchen wir, so gut es geht, mit ihr Klickertraining zu machen und an ihrer Angst vor Geräuschen zu arbeiten.
Denn: Man muss (!) mit ihr arbeiten. Hillary hat leider ein Problem, das auch der Grund für ihre bisherige Geschichte ist. Sie reagiert auf manche Geräusche und Bewegungen sehr schreckhaft und wird dann angstagressiv. Ein zukünftiger Halter muss das wissen und damit umgehen können. In ihrem letzten Zuhause hat sie panisch auf Katzengekreische von draußen reagiert. Kinder oder Hunde Katzen sollten deshalb nicht im neuen Zuhause leben. Leider hat ein Versuch, sie mit einem Kater zu vergesellschaften, nicht geklappt. Nicht etwa, weil sie angegriffen hat, sondern weil die beiden Tiere wechselseitig Angst voreinander hatten.
Wir können bei dieser Katze keine weiteren Experimente wagen. Sie ist schon viel zu oft herumgeschubst worden wie ein Möbelstück.
Wir suchen deshalb: Katzenerfahrene Menschen mit einem ruhigen Haushalt, eine nicht zu kleine Wohnung, Balkon oder Freigang, wenn es dort nicht zu viele andere Katzen gibt. 

Wir unterstützen und begleiten bei allen Fragen. Wir möchten für Hillary nur eines: Endlich ein Zuhause für immer. Die Katze lebt derzeit in Haan.
Da sie beim Autofahren schrecklich leidet, möchten wir sie in jedem Fall im Umkreis von Ddorf/Köln/Berg. Land vermitteln. Schutzvertrag über die Aktionsgemeinschaft für Tiere e.V.
Kontakt bitte unbedingt beachten: 0202/7379140, vierpfotenprofi@googlemail.com

19.3.17

Blindenführkater James und sein Freund Charles




Am 11. November 2016 wurde in Ddorf-Süd eine Animal-Hoarder-Wohnung ausgeräumt und fast 60 Katzen kamen ins Tierheim Ddorf. Es war ein Kraftakt sondergleichen, diese Tiere vermittlungsfähig zu machen. Die meisten Katzen sind inzwischen vermittelt.
Hier sind zwei, die noch ZUSAMMEN ein neues Zuhause suchen und die wir Ihnen unbedingt ans Herz legen wollen: Charles und James.
James ist ein MaineCoon-Mix-Kater. Er ist ca. 5 Jahre alt.
Charles ist von der Rasse Europäisch Kurzhaar. Er ist ca. 4 Jahre alt.
Beide Kater sind natürlich kastriert, gechippt, entwurmt und aufwändig getestet worden. Beide scheiden Coronaviren aus und sollten deshalb nicht mit Katzen leben, die davon verschont blieben. Menschen können sich mit den Viren nicht anstecken.
James und Charles sind grundsätzlich menschenbezogen und nach kurzer Eingewöhnungszeit verschmust.
James und Charles haben eine enge Männerfreundschaft geschlossen, wobei sich Charles sehr an James orientiert. Charles ist nämlich blind.
Wer damit ein Problem hat, dem können wir gerne den Kontakt zum Frauchen des AGT-Katers Andrea Bocelli herstellen. Dort können Sie erfahren, was dieser Kater leistet und welche Freude er macht. Auch er lebt mit einem sehenden Kater zusammen.
Wir suchen ein Zuhause in einer rauchfreien Wohnung, vielleicht mit gesichertem Balkon. Freigang sollten die Beiden nicht bekommen. Kinder sollten den Begriff „Rücksicht“ verinnerlicht haben.

Wenn Sie in sich gegangen sind und sich sagen: Ich will mein Leben mit diesem Katzenpaar bereichern, dann wenden Sie sich bitte an das
Tierheim in Düsseldorf, Rüdigerstr. 1,
T (02 11)  65 18 50

18.3.17

Freigang: Freuden und Gefahren

Es wird Frühling - auch wenn es im Moment im Rheinland eher regnerisch ist. Aber nicht lange und die Katzenwelt wird verstärkt nach draußen drängen. Und dann stellt sie sich wieder, die Frage des Freigangs.
Manche Samtpfote, sitzt miauend drinnen vor der Wohnungstür oder wird gar unsauber, wenn sie nicht jeden Tag zur gewohnten Zeit nach draußen darf. Es gibt Tiere, die sind in der Wohnung nicht glücklich. Sie brauchen die Freiheit, zu kommen und zu gehen. Sie wollen sich auspowern, wollen jagen – draußen. Und kein Spielzeug und kein Klickertraining genügt ihnen als Ersatz. Aber es gibt auch diejenigen, die es zufrieden sind, auf dem Balkon in der Sonne zu liegen und die Welt zu betrachten. Das ist oft eine Frage des Alters und der Rasse, aber noch mehr des Aufwachsens und der „Prägung“. Aus einem absoluten Freigänger eine Wohnungskatze zu machen, ist kaum möglich. Umgekehrt ist es einfacher, eine Katze nur in der Wohnung zu halten, wenn sie den Freigang noch nicht kennt. Das heißt aber nicht, dass eine Samtpfote in der Wohnung automatisch glücklich ist: Viel Beschäftigung, Platz und Kratzmöglichkeiten gehören zu einem schönen Katzenleben dazu.

Ich will raus! Foto Sylvia Born

Gerade junge Katzen sind im Spieleifer oder Jagdfieber oft unaufmerksam und werden dabei Opfer von Verkehrsunfällen. Aber selbst im heimischen Garten oder in der Nachbarschaft drohen Gefahren: giftige Pflanzen, nicht abgedeckte Regentonnen, offene Schuppen oder Garagentüren – die Liste ist lang.
Ganz und gar schützen lässt sich keine Samtpfote, die nach draußen drängt. Aber der Halter kann mit ihr trainieren, indem er sie vor dem ersten Freigang im Korb oder auf Arm nach draußen trägt und ihr alle Ein- und Ausgänge zeigt und auch, was ein Auto ist. Die meisten Tiere werden sich vor dem Geräusch und der Bewegung erschrecken und von sich aus ein Revier wählen, in dem es Mäuse, Vögel, Bäume und Sträucher gibt – abseits der Straße.