Herzlich willkommen bei den Vierpfotenprofis

Eine neue Katze kommt ins Haus und der Frieden ist dahin? Ihre Samtpfote hält das Sofa für die Toilette? Ich erarbeite mit Ihnen ein Konzept zur Lösung des Problems, etwa bei Unsauberkeit, Markieren, Zerstörungswut, Aggression gegen andere Tiere oder Menschen. Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne. Beratung, die länger dauert als zehn Minuten, ist kostenpflichtig. Preise und Leistungen sehen Sie auf der Seite rechts.

4.12.18

Nancy: ein Jahr Suche, kein Zuhause

Diese Katze liegt mir besonders am Herzen. Seit einem Jahr versuchen nun schon viele Menschen ein Zuhause für sie zu finden, aber es gelingt nicht.
Wie traurig ist das?
Die einen wollen keine Mieze, die sehr anhänglich ist.
Die anderen wollen keine Grautigerin.
Die Dritten keine ältere Katze.
Und ganz viele Menschen wissen zwar nicht, was FIV ist und wollen sich auch nicht darüber informieren, haben aber Angst, dass Nancy Menschen oder Katzen anstecken könnte.

FÜR ALLE ANDEREN:
Nancy ist irgendwas zwischen acht und zehn Jahren alt, eine total liebe, anhängliche, freundliche Katzendame, die es einmal gut hatte. Bis, ja bis sie von mitleidlosen Leuten auf die Straße gesetzt wurde.
Sie lebt jetzt zum Glück in einer Pflegestelle in Düsseldorf, ist putzmunter und "gesund" und möchte noch einmal in ihrem Leben ein eigenes Zuhause erleben dürfen.

Natürlich kastriert, geimpft, gechipt.
Bei Interesse bitte Mail an vierpfotenprofi@googlemail.com



3.12.18

Und das soll Begrüßung sein?

Aha, wieder da? Wo sind meine Geschenke? 
Nach einer Woche Urlaub wieder daheim. freut sich der Mensch auf drei Katzen, die doch sicher freudestrahlend, mit erhobenem Schwanz, möglichst laut miauend, an der Haustür stehen - oder nicht?

Tja, leider fiel die Begrüßung ziemlich "kühl", besser gesagt verpennt bis gleichgültig aus. Ein Hund würde laut bellen, wedeln, an seinem Besitzer hochspringen und überschwängliche Freude signalisieren, wenn sein Herrchen aus dem Urlaub kommt. Und eine Katze? Tut nichts dergleichen. 


Katzenkörpersprache: Begrüßung


Ja, womöglich wendet sie sich ab und streckt dem frustrierten Menschen gar noch das Hinterteil entgegen. Ist das etwa freundlich? Durchaus.

Die Katzenetikette besagt, dass Anstarren, Anspringen und Bedrängen extrem unfein und verpönt sind. Leise Annäherung, vorsichtige Kontaktaufnahme und sanfte Körpersignale dagegen sind eher die Sache der Katzen.


So kann das Abwenden auch ein Zeichen des ruhigen Vertrauens sein – einem fremden Artgenossen oder Menschen würde eine Katze niemals den Rücken zudrehen. Wenn es dauert, bis die Katze von sich aus Kontakt aufnimmt, hat das damit zu tun, dass die Samtpfoten Gewohnheitstiere sind. Veränderungen wie die Abwesenheit des Menschen verunsichern sie. Deshalb beobachten sie zunächst und warten ab. Spätestens nach einigen Stunden ist aber der Bann gebrochen und die alte Liebe wieder hergestellt.

2.12.18

Winterzeit ist Erkältungszeit: Wenn die Katze niest



In manchen Monaten husten und niesen ja Menschen mehr als sonst – und Katzen auch. Denn die Samtpfoten können sich genauso erkälten wie ein Zweibeiner. Die Symptome sind auch ähnlich. Der Hals kann sich entzünden, die Nase läuft, die Augen tränen, manchmal kommt auch eine erhöhte Körpertemperatur dazu. Dann sind die Miezen häufig müde, schlapp und appetitlos, liegen viel und bewegen sich weniger. 

Dazu muss es nicht einmal unbedingt sehr kalt sein. Zudem schützt das winterliche Katzenfell auch gut vor Kälte. Aber Feuchtigkeit und Zugluft können auch dafür sorgen, dass sich die Katze erkältet. Und je schwächer das Immunsystem, desto empfindlicher reagieren die Tiere. Deshalb sind sehr junge, alte oder bereits geschwächte Tiere besonders oft betroffen. Wenn die Samtpfote diese Symptome zeigt, dann sollte sie für ein paar Tage das Haus hüten und viel trinken. Bessert sich das Befinden nicht, dann ist in jedem Fall der Tierarzt gefragt.



Dabei ist eine Erkältung nicht zu verwechseln mit einem Katzenschnupfen, der durch Herpes- oder Caliciviren hervorgerufen wird und gegen den es eine vorbeugende Schutzimpfung gibt. Auch geimpfte Tiere können eine Erkältung bekommen: etwa wenn sie lange mit nassem Fell draußen waren oder unterkühlt sind. Auch der ständige Wechsel von extrem trockener Heizungsluft drinnen und feucht-kalter Luft draußen kann den Tieren zu schaffen machen. Und natürlich können sich in einer Katzengruppe auch mehrere Tiere anstecken, deshalb ist es besser, ein erkranktes Tier einige Tage zu separieren.

Wie lässt sich vorbeugen?

Der beste Schutz ist immer noch ein gesundes Immunsystem. Dafür dürfen es in der kalten Jahreszeit auch ein paar Vitamine mehr sein. Vor allem die Senioren suchen und schätzen jetzt ruhige, warme Plätze und schlafen mehr. Das ist auch in Ordnung so, aber für alle anderen gilt: Bewegung hält fit. 

Nur sollte es eben wirklich Bewegung sein und nicht stundenlanges Sitzen auf dem zugigen Balkon. Lieber einige schnelle Spielrunden draußen, die den Kreislauf anregen, als Stillsitzen in feuchter Kälte. Tiere, die von draußen hereinkommen, dürfen gerne trocken gerieben werden, dass massiert die Haut und fördert die Durchblutung. 

Schmutz oder Eiskristalle im Fell und an den Pfoten werden dabei entfernt. Und dann sollte die Katze dort ruhen dürfen, wo sie sich gerne aufhält, meist in der Nähe einer Heizung oder eines Ofens. Gegen die trockene Luft, die die Augen und Schleimhäute reizen kann, helfen Luftbefeuchter im Raum am besten.

30.11.18

Seminar: Hilfe, meine Katze hat Diabetes

Kater Django, Foto dient der Illustration. Django sucht ein Zuhause und ist KEIN Diabetiker 



Hilfe, meine Katze hat Diabetes
Seminar am 26.1. 2019 in Langenfeld.

Wenn die Katze plötzlich unmäßig viel trinkt oder frisst, große Mengen Urin absetzt, aber dünner wird und schlapp wirkt, dann steht oft die Diagnose Diabetes im Raum. Für die meisten Katzenbesitzer ist das ein totaler Schock. „Muss ich jetzt spritzen?“ Oder: „Wird meine Katze daran sterben?“ Diese Fragen stellt sich wohl jeder.
Viele Menschen sind mit dieser Diagnose erst einmal überfordert und hilflos bis verzweifelt.
Am 26.1. 2019 geht es um die wichtigsten Fragen beim Thema Katzendiabetes. Gaby Hellmond aus Wuppertal, betroffene Katzenhalterin und Administratorin eines Facebookforums zum Thema, wird aufklären und informieren.


Die Themen:
·       Medizinische Einführung – was ist Diabetes
·       Die verschiedenen Insuline
·       Die Rolle der Ernährung, Hypoglykämie
·       Die Gesetzeslage/Kaskadenregelung

Es wird Zeit sein, um zu diskutieren und Fragen zu stellen. Wir bitten um eine Anmeldung

Ort: Langforter Str. 72, 40764 Langenfeld, Sportzentrum, Seminarraum
Parkplätze vorhanden.
Anfahrt: https://www.sglangenfeld.de/de/gesundheitsstudio/anfahrt/

Teilnahmegebühr: Pro Person 15 Euro, wird am 26.1. bar erhoben


Zeit: 11 bis 14 Uhr
Anmeldung bitte unter vierpfotenprofi@googlemail.com

18.11.18

Euthanasie in der Praxis oder Zuhause?

Zum Einschläfern in die Praxis?

Ich habe diesbezüglich eine klare Meinung: Wann immer es möglich ist, bitte ein Tier nicht noch in die Praxis schleppen. Aber leider ist es nicht immer möglich. Obwohl es auch einen tierärztlichen Tiernotruf gibt, der am Wochenende kommen kann. (Nicht überall)

Unbedingt den anderen Tieren DIE CHANCE geben, sich zu verabschieden. Nicht jedes Tier will das...

Und NIEMAND, wirklich NIEMAND, muss sein Tier der Tierkörperverwertungsanstalt überlassen. Gleich, woran wir immer glauben - an Auferstehung oder Wiedersehen oder gar nichts: Der RESPEKT gebietet es, den Körper eines tierischen Wegbegleiters würdevoll zu behandeln. Für alles andere habe ich persönlich wenig Verständnis.

14.11.18

Wisst Ihr, wie chinesische Katzen miauen?



Ja, genau, sie machen „Miao“. Und französische Samtpfoten? „Miaou“. Die Norweger, und nicht nur die der gleichnamigen Rasse, sagen „Mjau“. Und die britischen Katzen machen natürlich „Meow“. In Wirklichkeit ist der Laut aber immer gleich, nur wir Menschen „übersetzen“ ihn in unsere Sprache. Und wenn sich tatsächlich einmal eine norwegische und eine chinesische Katze treffen würden, dann würden sie sich auch verstehen – denn die Körpersprache ist ohnehin universell.




Was Miau eigentlich heißt? Eigentlich immer dasselbe: „Mach die Tür auf. Mach die Tür zu. Ich habe Hunger. Ich mag das Futter nicht. Ich will raus. Ich will rein. Ich will beschäftigt werden. Mir ist so langweilig. Ich will nicht zum Tierarzt.“ Also eigentlich alles was eine Katze ihren Menschen so mitzuteilen hat – überall auf der Welt klingt das ähnlich. Und so verstehen sich auch Katzen aus unterschiedlichen Erdteilen - zumal sie sich eben nicht nur über Lautsprache, sondern mindestens genau so sehr über Körpersprache unterhalten.

12.11.18

Was passt besser: Kater oder Katze?

Die ewige Frage nach dem Geschlecht

Gerade wieder gelesen: Soll ich, wenn ich ein Geschwisterpärchen aufnehme, lieber Kater und Katze oder zwei Katerchen aufnehmen?

Prompt kamen auf diese Frage in einer facebook-Gruppe schon gleich zehn Antworten, und alle erzählten von ihren eigenen Erfahrungen. Die einen hatten eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, die anderen nur zwei Kater oder eben zwei Kätzinnen.
Gimli und Otto
Gibt es eine Antwort auf diese Frage, die allgemein gültig ist? Nein, gibt es nicht. Denn das würde ja bedeuten, ein Tier allein auf sein Geschlecht zu reduzieren. Dann wären ja alle Kater rabiat, raubeinig, trampelig, aggressiv, würden extrem körperbetont spielen...

Und was wären dann die Kätzinnen? Zickig, ängstlich, divenhaft, sensibel?

Aha. Klappt das bei Männern und Frauen auch? Bei Rothaarigen und bei Blonden? Sind alle immer....? Das wäre ziemlich platt, oder?

Was formt den Charakter?


Wahr ist, dass der Charakter eines Tieres und sein Verhalten von unendlich vielen Komponenten geprägt wird: Genetik/Rasse, Gesundheit (auch der Eltern) Aufwachsen im Familienverband, Anzahl der Geschwister, "Prägung" und Sozialisierung, Kontakt mit Menschen, Hunden, anderen Tieren, Lernerfahrungen, Lebensgeschichte......     

Kurzum: Es ist viel zu kompliziert, um es auf einfache Formeln zu reduzieren. Und jede Erfahrung, die jemand mit einer gleichgeschlechtlichen wie gemischtgeschlechtlichen Gruppe macht, ist genau das: EINE Erfahrung, die mit anderen nicht zu vergleichen ist.
Es gibt Kätzinnen, die in einer boy group aufwachsen und rabiater sind als jeder Kater. Und es gibt Kater von sanftestem Charakter und extrem biestige Kätzinnen und und und...

Ja, es gibt Ethologen oder Tierärzte wie Sabine Schroll, die eindeutig Stellung beziehen und für das eine oder andere plädieren. Das kann man als Hinweis verstehen, als Ratschlag, aber nicht als ein verbindliches "Muss".

Halima und Otto

Wonach suche ich zwei Katzen aus?


Müssen müssen wir nur eines: Sehr gut überlegen und noch besser beobachten: Wie sehen die jeweiligen Charaktere aus? Wie ist die Vorgeschichte und welche Erfahrungen haben die Tiere?
Niemand von uns kann hellsehen. Selbst, wenn alles passend zu sein scheint, sind Katzen eben lern- und damit wandlungsfähig und reagieren auf ihre Umwelt und Haltungsbedingungen mit verändertem Verhalten. So kann es immer sein, dass zwei, die sich geliebt haben, plötzlich erbitterte Feinde werden. Und das trifft auf Kater wie auf Katzen zu.

A propos: Ich habe derzeit drei Kater, oder wie eine Kollegin erstaunt meinte: "Das geht doch gar nicht, oder?" 
Doch geht. Gut. 

Meeko und Gimli
Warum? Weil es drei eher ängstliche, soziale Buben mit ähnlicher Lebenserfahrung in ähnlichem Alter sind. Und das halte ich allemal für wesentlich wichtiger als das Geschlecht alleine.    

17.10.18

Buchempfehlung: Das Tier an sich

Das Fachbuch „Das Tier an sich“ von Prof. Dr. Herwig Grimm und Dr. Carola Otterstedt zeigt einen neuen Weg im Tierschutz auf. Zahlreiche namhafte Autoren aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen haben in gut lesbaren Buchbeiträgen aufgezeigt, dass Tierschutz einen neue Weg gehen muß. Ein hilfreiches wie lesenswertes Buch für alle, die sich für den Tierschutz interessieren, professionell mit Tieren bzw. in der Tiergestützten Intervention arbeiten und jene, die die wissenschaftliche Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung studieren und erforschen.


Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier hat die Möglichkeit, Ihnen das Fachbuch „Das Tier an sich“ zu einem gesponserten Preis 20,00 € (statt 45,00 €) anzubieten.

Bestellungen, die bis zum 25. Oktober 2018 über den folgenden Link erfolgen, können berücksichtigt werden (solange der Vorrat reicht): https://www.carola-otterstedt.de/shop/bücher/
Es können nur Bestellungen über den Online-Shop und die per Vorkasse abgeschlossen sind berücksichtigt werden. Das Buch wird Ende Oktober versendet.

 Stiftung Bündnis Mensch & TierAm Jürgens Holz 24D - 28355 BremenT. 0049 (0) 421 – 2080 4081otterstedt@buendnis-mensch-und-tier.dewww.buendnis-mensch-und-tier.dewww.begegnungshoefe.dewww.haustier-des-jahres.de

16.10.18

Katze beisst Mensch



Dass aus der Samtpfote ein Bengalischer Tiger wird, das kann passieren. Als Jäger verfügen unsere Hauskatzen über ein beeindruckendes Waffenarsenal – nicht nur zur Verteidigung. Aber fast immer richten sich ihre Angriffe gegen Beute, denn spricht man von der sogenannten Beuteaggression. Oder die Miezen duellieren sich um Rang, Revier und Ressourcen mit anderen Artgenossen. Das ist die territoriale Form der Aggression. Und nur äußerst selten kommt es überhaupt vor, dass eine Katze einen Menschen angreift.

Was können die Gründe sein?

Viele Zweibeiner sind extrem erschrocken und ängstigen sich, wenn die Samtpfote zur Kratzbürste wird. Dann ist schnell die Rede von der „Heimtücke und der Hinterlist“ der Tiere. Dabei zeigen die Katzen sehr genau ihre Stimmung an – mit ihrer Körper- und Lautsprache. Erweiterte Pupillen, peitschender Schwanz, nach hinten und seitwärts drehende Ohren, schließlich Fauchen, Grollen und Knurren sind eindeutige Signale. Nur manchmal werden diese so blitzschnell gesendet, dass wir Menschen sie zu spät wahrnehmen.
Zum Beispiel beim Kraulen und Schmusen. Nicht jede Katze mag es, all überall angefasst zu werden. Viele Tiere lieben es, am Kopf und unter dem Kinn gekrault zu werden, aber sie tolerieren es nicht, wenn der Mensch den hinteren Rücken oder den Schwanzansatz berührt. Dann packen blitzschnell vier Pfoten die streichelnde Hand und halten sie fest. Das ist im Grunde eine reaktive Aggression, eine Abwehr deiner Katze, wenn du ihre persönliche Grenze überschritten hast.

Offensive und defensive Aggression

Auch eher defensiv, also verteidigend, ist die Aggression einer Katzenmutter, die ihre Jungen bedroht sieht. Nähert sich eine Gefahr, zum Beispiel auf zwei Beinen, dann kann aus der kleinsten Kätzin die sprichwörtliche Löwenmutter werden und sie verteidigt ihren Nachwuchs teilweise äußerst imposant mit wilden Attacken auf Beine und Hände. Auch eher defensiv-reaktiv ist die Aggression deiner Katze, wenn du sie zu sehr bedrängst. Vor allem sehr ängstliche Tiere gehen dann zum Angriff über, wenn sie keine Chance mehr haben, auszuweichen, also quasi „mit dem Rücken zur Wand stehen“.
Eher eine offensive Aggression ist die Spielaggression – niedlich anzusehen bei kleinen Katzen mit zierlichen Krallen und „Zähnchen“. Schon ganz anders sieht das aus, wenn die erwachsene Katze dich als ihren Sparringspartner ansieht und rabiat in Beine, Füße und Hände packt und beißt. Das tut nicht nur sehr weh, es ist auch nicht ungefährlich, weil im Katzenmaul immer viele Bakterien sind. Die können beim Biss leicht in die Blutbahn gelangen und für ernsthafte Entzündungen sorgen. 

Katzen, die überzogen rabiat spielen, sind oft alleine ohne Artgenossen groß geworden. Entweder wurden sind sie von Hand aufgezogen oder viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt. Sie hatten keine Chance, ein gutes kätzisches Sozialverhalten zu lernen. Sie kennen keine Grenzen und verwechseln den Mensch mit einem felltragenden Artgenossen. Da hilft dir nur konsequente Erziehung und „Abschreckung“, damit deine Katze lernt, mit dir anders umzugehen als mit einer Katze. Anfauchen, Anpusten oder in die Hände klatschen ist in einem solchen Fall völlig in Ordnung, ebenso wie die Wasserspritze.

Und dann gibt es noch die zum Glück extrem seltenen Fälle, in denen eine Katze wirklich völlig ohne jeden sichtbaren Grund angreift. Auch hier müssen immer erst organische Befindlichkeiten gründlich abgeklärt werden. Akute Schmerzen oder Infektionen sorgen unter Umständen für Angst und Aggression. Zum Glück sind neurologische Probleme oder Hirntumore bei den Miezen eher selten, aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Aufschluss bringt hier nur ein bildgebendes Verfahren wie ein Computertomogramm.

13.9.18

Sie sollen nicht sterben - Hilfe für Ayandena

ES EILT WIRKLICH: BALD IST ES ZU SPÄT

Den Kollegen vom Verein Ayandena in Spanien steht das Wasser bis zum Hals - in jeder Hinsicht. Das Tierheim ist voll, die Tötung ist voll. Es werden bald Tiere sterben. Es wird alles benötigt: Futter, Adoptionen, Patenschaften, Spenden. Tierhilfe mit Herz e.V. sammelt derzeit Spenden und Futter...vor allem Trockenfutter wird DRINGEND benötigt. Wer möchte, kann ein Paket an Tierhilfe mit Herz e.V. schicken. Dort wird gesammelt und bei nächster Gelegenheit verschickt.


Diese beiden haben die Tötungsstation überlebt und ein Zuhause. Viele, viele andere nicht: Auch weil es an einer vernünftigen Quarantänestation fehlt, an Futter, an medizinischer Versorgung - an allem. Deshalb sammeln wir Spenden für Ayandena - damit andere eine Chance haben

DRINGEND werden Paten für die Tiere im Tierheim gesucht und noch DRINGENDER für die in der Tötungsstation. Fünf Katzenkinder konnte gerade dort ausgeholt werden. Aber es ist immer noch übervoll und jeder Tag könnt der letzte sein. Dort wird ohne feste Termine getötet.  

Es gibt eine Spendenaktion bei betterplace - dorthin kann jeder spenden.



6.9.18

Was tun gegen die Angst? Schattenkatzen Teil 3


Über eins muss sich jeder klar sein, der eine Angstkatze zu sich nimmt: Unendliche Geduld ist gefragt.Wir mögen es noch so gut meinen - das Leben mit ängstlichen Tieren ist schwierig. Denn wir sind der Feind. Wir machen Angst. Zu verstehen, dass wir nichts Böses wollen, ja sogar Schutz und Zuwendung bieten, das dauert seine Zeit - manchmal Wochen, manchmal Monate.

Es ist nicht leicht für uns, damit umzugehen. Wir müssen Präsenz zeigen, aber die jeweilige Grenze der Angstkatze nicht überschreiten. Von Konfrontationen mit der Angst in voller Stärke - seien es Menschen oder Katzen - halte ich noch weniger als nichts.

Wer ein Tier einem starken Angstreiz aussetzt und meint, die Devise sei "Siegen oder Untergehen" richtet großen Schaden an.

Wie gegen die Angst vorgehen?     

Der mühsame Weg kann nur sein, das was Angst auslöst, in niedriger Intensität und kurz zu präsentieren, wieder und immer wieder und so, dass es eben unter der Angstschwelle bleibt. Irgendwann kann die Dauer verlängert und die Intensität erhöht werden. Und im letzten Schritt kann ein Verstärker wie Futter dazu kommen, um angstfreies Verhalten zu belohnen.


  • Nähern Sie sich einer Angstkatze nicht von oben. Gehen Sie auf den Boden.
  • Schauen Sie das Tier nicht an, drehen Sie den Kopf weg.
  • Sprechen Sie leise.
  • Wahren Sie die Fluchtdistanz.
  • Strecken Sie den Arm lang aus und zeigen die geöffnete Handfläche.  
  • Benutzen Sie für Berührungen einen Federwedel oder eine Angel..nicht sofort die Hand.
  • Neugier und Aufmerksamkeit belohnen Sie mit einem Leckerchen. 
  • Bei deutlicher Angst/Aggression brechen Sie für den Moment ab und versuchen es später. wieder

5.9.18

Schattenkatzen - Angstkatzen, Teil 2


Toby und Paul waren Angstkatzen. Beide mit unschöner Vorgeschichte - Paul kam von einem Bauernhof und kannte Menschen nur in negativen Zusammenhängen. Toby wurde erst mit zehn Wochen  ganz alleine im Wald gefunden. Beide hatten denkbar schlechte Voraussetzungen für ein Leben bei und mit Menschen.

Die beiden hatten sich in der Pflegestelle kennengelernt und hingen aneinander. Kein Wunder: Paul hatte Angst vor Schuhen, Kameras, Geräuschen und Toby hatte Angst vor Menschen. Während Paul bei Angst in sich hineinkroch, griff Toby an. Gemeinsam waren sie zwar nicht stark, aber stärker.
Nach einem Jahr intensiver Kontaktaufnahme, vieler Frustrationen, Aggressionen, Bissen und Momenten tiefer Verzweiflung ließ Paul sich zum ersten Mal anfassen. Er wurde ein wenn auch ängstlicher Schmuser und 15 Jahre alt.

Toby ließ sich nie anfassen, bis er 16 Jahre alt war. Ein Jahr nach dem Tod seiner großen Liebe Paul ließ er zum ersten Mal Berührungen zu. Er wurde 19 Jahre alt.

Das Leben mit diesen beiden war alle andere als einfach. Sie mochten keine anderen Katzen, sie waren Menschen gegenüber skeptisch. Aber sie waren hier viele Jahre lang glücklich, konnten kommen und gehen, hatten immer genug Futter, Wärme und Zuwendung.

Und sie haben beide ein großes Loch hinterlassen. Sie waren beide ausgeprägte Katerpersönlichkeiten und ohne ihre Vorgeschichte hätte ihr Leben sehr viel angstfreier verlaufen können.

Nicht alle Schattenkatzen sind so schwierig wie Toby. Aber sie schließen sich oft, wie auch diese beiden, anderen Katzen an - denn sie brauchen einen Sozialpartner. Für solche Angstkatzen kann es gut sein, wenn schon eine andere freundlich-menschenbezogene Samtpfote im Haushalt lebt, an der sie sich orientieren können. Auch zwei Angstkatzen können auftauen - nur braucht es dazu noch mehr Geduld ihres Menschen.

FORTSETZUNG FOLGT     

3.9.18

Schattenkatzen haben es schwer, Teil 1

Heute habe ich diesen Post (s.u.) über Truffaldino gelesen. Er wurde als Schattenkatze bezeichnet. Und dieser Begriff bringt es genau auf den Punkt: Katzen wie Truffaldino sind wie Schatten und leben im Schatten. Sie haben Angst.




Meist ist die schlimmste Angst die vor dem Menschen. Aber auch ungewohnte Geräusche, Bewegungen, Ereignisse machen Angst. Man kann sich leicht vorstellen, wie schlimm so ein Leben in ständiger Abwehr und voller Ängste sein mag.

Warum haben diese Katzen solche Angst vor Menschen?  

Die meisten Tiere, die vor Zweibeinern auf der Hut sind, haben entweder keine oder schlechte Erfahrungen gemacht. Und das in einer Phase ihres Lebens, die entscheidend ist für die weitere Entwicklung ihres Wesens. Junge Katzen, die in ihrer "Prägephase" nicht viel positiven menschlichen Kontakt hatten, bleiben oft scheu. Wie sehr, darüber entscheidet die individuelle Vorgeschichte - unter anderem.

Nicht umsonst sollten die Katzenwelpen möglichst viel kennen lernen: Menschen, Kinder, Hunde, andere Tiere. Das erleichtert es ihnen um so mehr, sich im Leben zurecht zu finden. Keine Katze findet es von sich aus gut, hoch gehoben und gedrückt zu werden. Es sei denn, sie lernt früh genug, dass damit etwas Schönes verbunden ist.

Bleiben die Tiere für immer scheu?   

Das muss nicht sein. Viele lernen bei geduldigen Menschen, dass sie keine Angst mehr haben müssen. Andere bleiben auch ein Leben lang skeptisch. Wie weit ein Tier kommt, lässt sich nicht vorher sagen. Die meisten aber tauen irgendwann auf und verlieren die Angst vor Berührungen. So kann es sein, dass man eine Schattenkatze gut streicheln, aber niemals hochheben oder länger festhalten kann.

Wie lange dauert es, bis eine scheue Katze ihre Angst verliert?
Auch dafür gibt es keine Regeln, denn es hängt von der Stärke der Angst und den individuellen Erfahrungen ab. Es kann Wochen, Monate oder Jahre dauern. Manchmal stagniert das Verhalten über Wochen, dann gibt es "Schübe" und Fortschritte.

FORTSETZUNG FOLGT

Truffaldino...
wird im Dezember zwei Jahre alt und er hat es sehr schwer ein Zuhause zu finden. Er ist eine der Schattenkatzen, die niemand sieht, weil er ängstlich und zurückhaltend ist.
Truffaldino braucht sehr viel Zeit, um Vertrauen zu jemandem zu fassen und er braucht sein Plätzchen, um sich wohl und sicher zu fühlen. In der Cattery hat er einen Freund, der genau wie er im Schatten der anderen lebt.
Gibst du ihm geduldig die Zeit die er braucht, wird er dich lieben. Er braucht einen Menschen, dem es nichts ausmacht, dass er keine Streichelkatze ist, zumindest noch nicht.
Aber auch diese Katzen haben eine zweite Chance verdient.

4.6.18

FIV: Kein Todesurteil, aber viele Vorurteile

Dieser Text stammt von der Kollegin Anika Bruckert. Er gehört zu dem Besten, was ich über FIV gelesen habe. 


FIV - drei große Buchstaben, viel Unwissenheit. Und sie zählt zu einer der drei am häufigsten vorkommenden und gefürchtetsten Viruserkrankungen der Katze, neben FeLV (feline Leukämievirus), und FIP (feline infektiöse Peritonitis = infektiöse Bauchfellentzündung).
Dieser Blog handelt von dem so genannten „Katzen-Aids“, oder besser genannt, das Feline Immundefizienz-Virus.
Nicht nur wir Menschen können an Aids erkranken, sondern auch noch einige andere Tierarten, wie Affen und Katzen. Es gibt auch viele arttypische Krankheiten die umgangssprachlich als AID`s-Erkrankung ausgesprochen werden. Wie z.B. die IBD (inclusion body disease) bei Schlangen, dass so genannte Schlangen-Aids, oder die EIA (equine infektiöse Anämie) bei Pferden, auch gerne als Pferde-Aids betitelt, usw.
Doch im Unterschied das die Aids-Erkrankung vom Affen auf den Mensch übertragen werden kann, geht das bei unseren Katzen nicht.
Dies ist immer die größte Angst bei der Diagnose „FIV“, eine Übertragung auf den Menschen ist nicht möglich.
Es handelt sich um Retroviren, die diese Erkrankung auslösen. Auch beim Menschen sind es Retroviren. Die Viren der Katze haben sich allerdings auf Katzen „spezialisiert“, wir sind schlichtweg falsche Endwirte und haben unsere eigenen HI-Retroviren die sich uns wiederum perfekt angepasst haben.
Die Übertragungsmöglichkeiten des FI-Virus entstehen vor allem durch Beißereien. Besonders durch Rangkämpfe und dadurch entstehende, tiefe Bisse wird das Virus übertragen. Es muss der Speichel von einer erkrankten, und gerade im hohen Virusdruck stehenden Katze in den Blutkreislauf einer anderen Katze dringen. Ansonsten findet keine Ansteckung statt bei einer Beißerei! Dies bedeutet, das auch der Biß einer erkrankten Katze nicht zwingend zur Ansteckung führt!
Ein anderer Übertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr. Hier kommt es mit größerer Wahrscheinlichkeit zu einer Ansteckung.
Beides lässt sich durch eine Kastration beeinflussen. Geschlechtsverkehr fällt weg, Rangkämpfe kommen leider trotzdem noch vor, werden aber im Vergleich zu einer/einem unkastrierten Katze/Kater deutlich weniger.
Eine große Ansteckungsquelle sind die verwilderten Hauskatzen. Sie leben überall unter uns, wissen genau wie man sich unsichtbar macht wenn man möchte, und wenn sie Glück haben werden sie auf Futterstellen versorgt und kastriert. Hier hilft nur die konsequente Kastration aller freilebenden und Freigänger-Katzen, damit dieses Elend der armen Katzen eingedämmt wird und auch diese Tiere FIV-frei leben können und keine weiteren Katzen anstecken können.
Wenn Sie also eine freilebende Katze sichten, die keinem Menschen zuzuordnen ist, melden Sie es bitte einem örtlichen Tierschutzverein!
 Früher, und leider auch heute noch, werden viele Katzen bei der Diagnosestellung euthanasiert. Das ist unnötig und schrecklich zugleich.
Stellen Sie sich vor, Sie würden z.B. nach einer Bluttransfusion mit HIV angesteckt und gehen zum Arzt. Der diagnostiziert die Erkrankung und sagt Ihnen dann: „tja, tut mir leid, aber aufgrund der Ansteckungsgefahr für die Mitmenschen müssen wir Sie leider heute euthanasieren.“
Wären Sie damit einverstanden und würden einwilligen? Nein, bestimmt nicht. Sie könnten aber auch gar nicht einwilligen, davon mal abgesehen…
Aids ist eine lebenslange Erkrankung. Aids ist potenziell ansteckend. Ja.
Aber es gibt viele Möglichkeiten und Verhaltensweisen, die die Erkrankung im Zaum halten und das Ansteckungsrisiko auf ein Minimum bis vollkommen runter zu schrauben.
Meistens trifft es Freigänger. Wer mehr Freiheiten genießt, hat auch ein gefährlicheres Leben.
Wurde die Diagnose gestellt und man hat einen Freigänger, heißt das jetzt nicht unbedingt das er in Zukunft in Einzelhaft in der Wohnung leben muss. Die Meinungen gehen hier stark auseinander. Gegen den künftigen Freigang spricht, dass das eigene Tier eine potentielle Ansteckungsgefahr für andere Katzen ist, und auch, dass die erkrankte Katze draußen einem viel höheren Infektionsdruck und damit einer Ansteckungsgefahr für Infekte ausgesetzt ist. Und die sind für FIV-Katzen deutlich gefährlicher als für Katzen mit funktionierendem Immunsystem.
Was dafür spricht den Freigang weiterhin zu gewähren: Wer eine friedliche Katze oder einen friedlichen Kater hat (natürlich kastriert) der jedem Streit aus dem Weg geht und deshalb keine Übertragungsgefahr durch Bisse für andere darstellt, sollte sich Gedanken machen den Freigang beizubehalten. Denn jeder Freigänger der daran gewöhnt ist, wird nicht bejubeln das ab sofort Knast angesagt ist. Es schafft zusätzlichen Stress, der sich wiederum auf das Immunsystem auswirkt.
Abgesehen davon haben viele Katzen unbemerkt diesen Virus in sich, ohne das jemals darauf getestet wurde, und so keine Diagnose gestellt wurde. Auch sie leben ihr Leben wie gewohnt weiter, mit Unwissenheit der Halter. Dies soll keine Ausrede sein um ein erkranktes Tier im Freigang zu lassen. Jeder muss das für sich, sein Gewissen und seine ihm anvertraute Katze entscheiden.
Ein Kompromiss kann auch sein, seinen Garten katzensicher zu machen, so kann ein halbwegs freies Leben ermöglicht werden.
Doch auch bei Wohnungskatzen kann die Diagnose plötzlich Realität werden. Zum Beispiel bei „Second-hand“ Katzen, deren Vorgeschichte unbekannt ist, kann die Erkrankung lange unbemerkt bleiben und eines Tages durch Zufall entdeckt werden. Sei es eine Wunde die schlecht verheilt, eine Infektion die nicht abebbt, oder sonstige Anfälligkeiten.
Hinter vielen wiederkehrenden oder lang anhaltenden Infekten kann eine tiefgehende Grunderkrankung stecken. Um hier Gewissheit zu haben, empfiehlt es sich, einen FIV-Test machen zu lassen. Und das nicht einmal, sondern lieber mit einem 4-8 wöchigen Abstand zweimal.
FIV kann (aber muss nicht!) auch von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Dazu braucht es keinen Biß oder Geschlechtsverkehr, hatte die Mutter das Virus in sich, und man übernimmt das Kätzchen (in Unwissenheit der erkrankten Mutter) von klein auf, kann auch das Kätzchen an dem Virus erkrankt sein.
Hat sich nun herausgestellt dass man eine an FIV-erkrankte Wohnungskatze hat, muss man nicht die mitlebenden Katzen plötzlich abgeben (oder sogar die erkrankte), auch wenn diese als negativ (nicht-erkrankt) getestet wurden. Leben die Katzen schon länger zusammen, sind kastriert und die Rangfolge ist geklärt, sodass sie friedlich miteinander leben, besteht kein Grund in Panik zu verfallen und das erkrankte Tier abzugeben oder einschläfern zu lassen. Viele FIV-Katzen leben mit nicht infizierten Katzen jahrelang zusammen, ohne das es zu einer Ansteckung kommt.
Hat man eine Einzelkatze und wollte eigentlich mehr Katzen halten, so kann man eine gute Tat tun und gezielt nach FIV-Katzen im Tierschutz Ausschau halten. Die gibt es da leider zuhauf. Aus unbegründeten Ängsten abgegeben oder nicht mehr gewollt weil krank. Gründe gibt es da endlos.
Man bildet dann einfach eine Zweckgemeinschaft 😉

Die Symptome
FIV hat keine spezifischen Symptome. Und keine Katze stirbt an FIV. Nur an den Folgeerkrankungen.
Es ist eine Krankheit mit Hoch`s und Tief`s. Das Immunsystem ist nicht am Tag der Ansteckung mit einem Schlag ausgeschaltet. Oft sinkt es erst über Jahre hinweg in den Keller. Und auch hier kann es auf und ab`s geben. Viele Katzen leben unerkannt (oder auch erkannt) mit dem Virus und werden trotzdem steinalt ohne schlimme Folgeerkrankungen. Alles was das Immunsystem zusätzlich stresst, sollte deshalb möglichst vermieden werden. Stress ist hier ein großer Punkt, oder ein hoher Infektionsdruck, also viele Bakterien und/ oder Viren in der Umgebung, aber auch Impfungen oder Immunstimulantien können das fragile Gleichgewicht zum kippen bringen.
Erkrankt eine FIV-Katze an einer Zweitinfektion wie zum Beispiel dem Katzenschnupfen, gilt es, ihr hier die gleiche Behandlung zukommen zu lassen wie einer nicht-FIV-Katze. Man kann damit rechnen, dass der Genesungsweg länger dauert, dies bedeutet jedoch nicht, dass das geliebte Tier an der erstbesten vorbeikommenden Zweitinfektion stirbt.
Das Virus fährt das Immunsystem runter, oft in Schüben, es sorgt dafür, dass der Körper keine Immunreaktion mehr auf Krankheitserreger bilden kann.
Trotzdem gibt es ein paar typische Symptome, die auf eine FIV-Erkrankung hindeuten können. Das können nicht oder schlecht verheilende Wunden sein, nicht endende Infekte, immer wiederkehrende Infekte, wie vom Katzenschnupfenkomplex oder auch Blasenentzündungen, Zahnfleischentzündungen kommen sehr häufig vor, oder Infekte, die trotz aller Behandlungsmaßnahmen zunehmend schlechter werden. Denn keine Medizin hilft, wenn das Immunsystem nicht mitmacht. Allgemeine Mattigkeit kann ein Symptom sein, aufgequollene Ballen an den Pfoten, die aussehen wie ausgeleierte, trockene Schwämme, starke Abmagerung, die ganze Bandbreite steht da zur Verfügung.
Eine an FIV-erkrankte Katze kann ihr Leben auch wie gesunde Katzen ganz normal leben.
Es ist kein vorzeitiges Todesurteil, wichtig ist, das abbauende Immunsystem nicht durch Cortison oder andere Immunsupprimierende (Immun-unterdrückende), Immunbelastende Medikamente, oder unnötigen Stress zusätzlich zu schädigen.
Die Viruslast, und damit das Fortschreiten der Krankheit, sollte gering gehalten werden, was mit verschiedenen Mitteln auf Naturheilbasis sehr gut zu erreichen ist.
FIV ist eine ernste Erkrankung, aber sie kann in den allermeisten Fällen sehr gut im Zaum gehalten werden und führt nicht zwingend zum vorzeitigen Tod.
Sprechen sie hierzu gerne mich, oder eine meiner vielen tollen Kolleginnen und Kollegen an!

24.4.18

Themenabend Mehrkatzenhaushalt in Kerpen


Nochmal ein Abend zum Thema Mehrkatzenhaushalt: Das tägliche Brot des Tierpsychologen sind Vergesellschaftungen, die schief laufen oder Gruppen, in denen es kracht. Und nein, es muss nicht immer Blut fließen, damit Angst und Stress herrschen. Niemand beherrscht die böse Kunst des diffizilen Mobbings so gut wie "Samtpfoten". Es muss nicht eine "Undercat" erst monatelang auf dem Schrank leben, damit klar wird, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt. Aber zugegeben, es gibt auch harmonische Gruppen und auch die brauchen Spielregeln. Welche? Das ist Thema des Abends.

Mittwoch, 16.5. 2018
19.30 Uhr, 20€ Kostenbeitrag
Naturheilpraxis für Mensch und Tiere Bianka Kerres
Brüggener Str. 19
D-50169 Kerpen-Brüggen

Telefon: 0 22 37 - 97 51 17
Mobil: 01 71 - 714 90 73
E-Mail: info@naturheilpraxis-kerres.de 
http://www.naturheilpraxis-kerres.de

3.4.18

Vom gesunden Halbwissen über Medikamente für Katzen


Heute geriet meine Therapeutenseele wieder mal ins Kochen. "Ich will meine Katze nicht mit Medis vollstopfen". Diesen Satz habe ich schon so oft und oft und oft gehört. Und er macht mich immer noch und immer wieder fassungslos.
Denn er stammt zumeist von Leuten, die ganz offensichtlich den Unterschied zwischen einem zulassungspflichtigen/verschreibungspflichtigen Medikament und einem Nahrungsergänzungspräparat nicht kennen und alles in einen Topf werfen.

Aber  "böse" ist es auf jeden Fall, seiner Katze "Medis" zu geben.   
Im Übrigen sind das auch oft Leute, die Bachblüten mit klassischer Homöopathie verwechseln, aber egal , das ist "gut".

Wenn es bei Katzen zu Angst- oder Aggressionsproblematik kommt, dann muss natürlich und ohne Frage immer zuerst geklärt werden, was die Ursache ist und ob und wie sie behoben werden kann. Dafür stehen Verhaltenstherapeuten viele Maßnahmen zur Verfügung. Damit diese jedoch greifen können, kann es durchaus ratsam sein, die Therapie mit Nahrungsergänzungsmitteln zu unterstützen, schließlich sind Seele und Körper eine Einheit mit Wechselwirkung. Ständige Angst oder große Aggression sind immer auch von körperlichen Vorgängen begleitet, bei denen das Nerven- und Hormonsystem eine große Rolle spielt. Man könnte auch sagen: Angst macht Lernen (fast) unmöglich. Aber um eine Verhaltensänderung herbei führen zu können, ist Lernen unabdingbar.

Vielfach liegt die Ursache für ein bestimmtes Verhalten auch in der (unbekannten) Vergangenheit. Und festgefahrene Verhaltensmuster sind oft schwer zu durchbrechen - auch hier können Anti-Angst und Antistressmittel helfen und das Lernen erst ermöglichen. Ob das nun Mittel aus der Homöopathie sind oder eher Wirkstoffe, wie Vitamine, Mineralien oder Pflanzwenwirkstoffe - das entscheiden Therapeut und Tierbesitzer.

Die Angst vor dem Medikament

Noch um etwas Anderes geht es bei echten Verhaltensstörungen wie Autoaggression oder Aggression gegen andere, die nicht erklärbar ist. Wenn alle anderen Mittel nicht helfen, sind hier nach Absprache mit dem Tierarzt Medikamente in Erwägung zu ziehen. Und es geht nicht um "Vollstopfen" sondern um eine individuelle Medikation, um einem Tier zu helfen. Wer aus Vorurteil und Halbwissen das kategorisch ablehnt, schadet demjenigen, dem er vorgibt, helfen zu wollen, dem Tier.

Das Wirkung und Nebenwirkung eingeschätzt und abgewogen werden müssen, bedarf keiner Erwähnung, denn es ist selbstverständlich. In diesem Sinne: Analyse, Information und Urteil statt Vorurteil wäre mehr als hilfreich.

 

16.3.18

Beschäftigung – der Schlüssel zum Katzenglück

Sicher, es gibt sie – die gemütlichen Couchpotatoes, die in sich ruhenden Genießer, die viel und gerne dösen und nur ab und zu ein Auge öffnen, um nach der Thunfischdose zu schielen. Aber das sind dann eher ältere Katzen oder solche, die aufgrund von Krankheit einen ruhigen Lebensstil pflegen. Richtig ist, dass die Tiere eigentlich viele Stunden des Tages schlafend oder ruhend verbringen. Aber das hat damit zu tun, dass sie auf der Jagd enorme Anstrengungen vollbringen und ihre Kraftreserven wieder auftanken müssen. Die Bewegungsfreude aber bleibt auch bei Wohnungstigern und selbst Katzen mit Behinderungen, ob sie nun etwa blind oder taub sind oder Bewegungsstörungen haben, lieben Beschäftigung.

Das hat mit den Hochleistungssinnen der Samtpfoten zu tun: Alles am Katzenkörper und in ihrem Wesen ist darauf ausgerichtet, möglichst effizient zu jagen. Augen, Ohren Tasthaare, extrem bewegliche Wirbelsäule und Pfoten dienen nur dem einen Zweck: Beute zu machen und zu fressen, um zu überleben. Eine Katze, die alles das nicht darf oder nicht  kann, ist nicht glücklich.

Natürlich sind nicht alle Wohnungskatzen depressiv oder verstört – immer vorausgesetzt, sie haben die Möglichkeit, ihren Instinkten freien Lauf zu lassen, so gut es das Haus- oder Wohnungsrevier es eben erlaubt. Das heißt, dass eine Katze auch hinter Möbeln gerne lauern, anschleichen, beobachten möchte. Dass sie springen und klettern und die Höhe nutzen möchte. Kurz, dass sie spielerisch ihre Welt entdecken möchte.
Deshalb ist ihr Mensch gefordert, für ein möglich abwechslungsreiches Animationsprogramm zu sorgen, dass den regen Katzengeist auslastet. Dabei ist alles gut, was die angeborenen Bewegungsmuster und Verhaltensweisen einbindet – also mit Rennen, Springen, Klettern, Antatzen oder Zupacken verbunden ist.

Die Verhaltensforschung hat nachgewiesen, dass Spielverhalten und Jagen bei Katzen nahezu identisch sind – lediglich die Endhandlung, das Erlegen der Beute, fehlt. Deshalb „spielen“ Katzen so gerne mit Federwedeln, Angeln, Kordeln, Schnüren, denn die erinnern an Beutetiere wie Vögel oder Würmer. Deshalb angeln sie so gerne mit den Pfoten etwas aus einem Fummelbrett oder einem anderen Spielzeug heraus – denn nichts  anderes tun sie ja auch, wenn sie die Maus aus ihrem Loch holen.  Und deshalb schnuppern sie auch so gerne an Duftspielzeug – denn auch in der freien Natur setzen sie Augen, Ohren und Nase ein, um sich zu orientieren.

Abwechslung ist das halbe Katzenleben und nicht immer ist es einfach für den Menschen, stets Neues zu erfinden. Zum Glück bietet jede Wohnung auch Gegenstände, die sich nutzen lassen: Stühle, Schränke und Regale für das Höhentraining. Leere Verpackungen, um etwas darin zu verstecken. Kartons als Höhlen. Leinen oder Schnüre und Verpackungsmaterial, um es zu jagen und dann natürlich alle Arten von duftenden Mitbringseln von der Wiese draußen zum Schnuppern. Dazu gibt es ein großes Angebot an Spielzeug zu kaufen, das den Geist anregt, indem es die Belohnung erst preis gibt, wenn die Katze strategisch klug vorgeht. Es lohnt sich, das Lieblingsspielzeug immer mal wieder für eine Weile weg zu stellen, damit es seinen Reiz nicht verliert. Und die schönste Belohnung für eine erfolgreiche Jagd ist das gemeinsame Feiern des Sieges mit einer ausgiebigen Kuschelstunde von Zwei- und Vierbeiner.







1.3.18

Winterzeit ist Erkältungszeit

Plüschfell hilft schon mal gegen Kälte 


Im Moment husten und niesen wir Menschen mehr als sonst – und manche Katzen auch. Denn die Samtpfoten können sich genauso erkälten wie ein Zweibeiner und die Symptome sind ähnlich. Der Hals kann sich entzünden, die Nase läuft, die Augen tränen, manchmal kommt auch eine erhöhte Körpertemperatur dazu. Dann sind die Miezen häufig müde, schlapp und appetitlos, liegen viel und bewegen sich weniger. 

Zwar schützt das winterliche Katzenfell Freigänger. Aber Feuchtigkeit und Zugluft können auch dafür sorgen, dass sich die Katze erkältet. Auch der ständige Wechsel von extrem trockener Heizungsluft drinnen und feucht-kalter Luft draußen kann den Katzen zu schaffen machen. 

Und je schwächer das Immunsystem, desto empfindlicher reagieren die Tiere. Deshalb sind sehr junge, alte oder bereits geschwächte Tiere besonders oft betroffen. Wenn die Samtpfote diese Symptome zeigt, dann sollte sie für ein paar Tage das Haus hüten und viel trinken. Bessert sich das Befinden nicht, dann ist in jedem Fall der Tierarzt gefragt.

Dabei ist eine Erkältung nicht zu verwechseln mit einem Katzenschnupfen, der durch Herpes/Caliciviren hervorgerufen wird und gegen den es eine vorbeugende Schutzimpfung gibt. Aber: auch geimpfte Tiere können krank werden, zumal wenn sie unterkühlt waren oder das Immunsystem angeschlagen ist. Leider mutieren Viren immer wieder - auch eine Impfung ist also kein vollständiger Schutz. Natürlich können sich in einer Katzengruppe auch mehrere Tiere anstecken, deshalb ist es besser, ein erkranktes Tier einige Tage zu separieren.

Wie lässt sich vorbeugen?

Vor allem die Senioren suchen und schätzen jetzt ruhige, warme Plätze und schlafen mehr. Das ist auch in Ordnung so, aber für alle anderen gilt: Bewegung hält fit. Nur sollte es eben wirklich Bewegung sein und nicht stundenlanges Sitzen auf dem zugigen Balkon oder am offenen Fenster. Gesunde Ernährung tut ein Übriges dazu. Alle Arten von Nahrungsergänzung sind genau das: Eine Ergänzung, wenn die Katze tatsächlich einen Mangel hat, der festgestellt wurde. 

Tiere, die von draußen hereinkommen, dürfen gerne trocken gerieben werden, das massiert die Haut und fördert die Durchblutung. Schmutz oder Eiskristalle im Fell und an den Pfoten werden dabei entfernt. Und dann sollte die Katze dort ruhen dürfen, wo sie sich gerne aufhält, meist in der Nähe einer Heizung oder eines Ofens. Gegen die trockene Luft, die die Augen und Schleimhäute reizen kann, helfen Luftbefeuchter im Raum am besten.