Tierpsychologie in Zeiten des Coronavirus



Ich hätte nie geglaubt, jemals einen solchen Post zu schreiben. Dabei hätte ich gewarnt sein können. Ich kann mich noch gut erinnern, als es nicht um Corona, sondern um Vogelgrippe ging. H5N1 hieß 2006 das Schreckgespenst aller Katzenhalter. Ich hatte damals gerade meine Tätigkeit als Tierpsychologin für Katzen begonnen. 

Einige Zeit lang standen eben nicht nur Wildvögel im Verdacht, das Virus zu übertragen. Diskutiert wurde damals, ob das Virus auch Haustiere infizieren können und ob diese womöglich wiederum Menschen anstecken könnten. 

Katzen mussten wegen Virus in Quarantäne 

Die Folge war eine Hysterie ähnlich der, die wir heute in den Sozialen Netzwerken erleben. Samtpfoten sollten und durften nicht mehr nach draußen. Es wurde über den Abschuss streunender Katzen geredet, die Wogen gingen hoch. Und wir als Tierpsychologen haben uns Beschäftigungsprogamme für gelangweilte Katzen ausgedacht. Die können natürlich auch in anderen Zeiten niemals schaden - vor allem nicht bei chronisch unterbeschäftigten Wohnungskatzen. Nur von der Vogelgrippe redet heute niemand mehr. Jetzt wird eine "andere Sau virtuell durchs Dorf getrieben."

Tiere wegen Corona abgeben? 

Überall kursieren Posts, in denen die Rede davon ist, dass und Katzen aus Angst vor einer Infektion mit Covid-19 in den Tierheimen abgegeben oder sogar ausgesetzt werden. Diese Behauptungen sind bislang nicht verifiziert. Wenn es aber so wäre, dann wäre es ein erneutes erschreckendes Zeichen dafür, wie wenig wir mit Informationen umgehen können.

Nur, um es auch an dieser Stelle noch einmal zu sagen: Das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, sieht keine Gefahr einer Übertragung des Coronavirus von Haustieren auf Menschen.  

Offensichtlich lassen wir uns von der Angst regieren und wir reagieren mit Hysterie. Allüberall ploppen Beiträge auf, denen schon mal laut und voller Inbrunst betont wird, dass man selbstverständlich "niemals" seine Tiere abgeben würde.  Warum etwas betonen, dass selbstverständlich ist?  Überlegen wir lieber, wie wir Menschen helfen können, die sich in der aktuellen Lage nicht mehr oder nicht mehr so gut um ihre Tiere kümmern können. Helfen wir beim Einkaufen, beim Gassigehen oder bei Verhaltensproblemen. Die meisten Kollegen, die ich kenne, bieten Alternativen zum direkten Kontakt mit dem Tierhalter an. 

Tierverhaltensberatung virtuell  

In Zeiten von Mail, WhatsApp, Skype und Co gibt es viele Möglichkeiten, auch Bilder und Töne zu übertragen. Nutzen Sie dieses Angebot, wenn Sie Fragen und Probleme haben! 

Rufen Sie mich an - wir verabreden das weitere Vorgehen.   
Tel. 0202/7379140 oder vierpfotenprofi@googlemail.com

Ihre Gabriele Müller






     

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