7.8.19

Gedanken zum Weltkatzentag

Morgen, am 8.8. ist Weltkatzentag. Der ist vermutlich genauso sinnvoll oder sinnlos wie der Hosenträgertag. Gibt es den überhaupt? Aber macht nichts, wenn nicht. Denn er wird genauso viel oder wenig bewirken.

Zwar ist immer zu hören, dass die Katzen mittlerweile das beliebteste Haustier der Deutschen sind und die Hunde überholt haben. Aber das kann sich höchstens auf Zahlen beziehen - nicht unbedingt auf ein Verständnis vom Wesen der Tiere.

Nach wie vor spalten Katzen die Menschen in

  • Fanatische Katzenhasser, die sie als Vogelmörder und Schädlinge ansehen, die ihnen Grausamkeit und Hinterlist unterstellen  
  • Fanatische Katzenliebhaber, die sie im goldenen Käfig halten und ihnen Schmuckhalsbänder anlegen und
  • Menschen, die gerne ein Haustier haben wollen, das ihnen bei der Rückkehr abends ein bisschen um die Beine geht, keinen Deck macht und sich alleine beschäftigen kann.

Zweitkatze anschaffen? 




Letztere denken dann, wenn sie nette Menschen mit Gewissen sind, darüber nach, eine zweite Katze dazu zu setzen, damit die erste sich nicht so langweilt. Und ach ja, auch ein wenig, damit am Wochenende mal zwei Tage am Stück wegbleiben kann. 

Schon erstaunlich ist, wie viel sich in den letzten 15 Jahren auf einer anderen Ebene entwickelt hat. Die Heimtierindustrie hat die Katze als Zielobjekt entdeckt, besser gesagt, die Katzenhalter. So viel Auswahl an Spielzeug, Möbeln, Futter gab es noch nie.

Und noch nie gab es so viele Tierheilpraktiker und Tierpsychologen, die sich um das körperliche und psychische Wohl der Tiere kümmern - dazu eine Flut an Foren, Gruppen, Ratgebern. 


Ob sich dadurch für die Katzen irgendetwas verbessert hat?

Manchmal möchte ich das bezweifeln. Wie lange hat es gedauert, bis endlich die Kommunen begonnen haben, Kastrationsverordnungen zu erlassen? Jahre!  Und immer noch gibt jeden Sommer eine Flut ungewollter Katzenwelpen, viel zu junge Mütter, Streunerelend auch hierzulande. Immer noch lassen Menschen ihre Katzen nicht kastrieren, nicht chippen, nicht registrieren.

Nicht zu reden vom unwahrscheinlich grausamen Überlebenskampf der Tiere in südlichen Ländern oder Osteuropa. Das alles behindert den Siegeszug der Feliden insgesamt nicht. Sie sind und bleiben ungeheuer anpassungsfähig und wahre Überlebenskünstler. Aber wie viel Leid und Elend treffen das einzelne Individuum? 

Es ist noch ein weiter Weg....



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