10.7.19

Die soziale Katze - ein Mythos?

Heute möchte ich Somaya vorstellen. Sie steht für viele Katzen überall auf der Welt mit einem schlimmen Schicksal. Geboren oder ausgesetzt auf der Straße. Für das zweite spricht, dass sie sehr menschenbezogen ist und Zweibeiner über alles liebt. Eine verwilderte, nicht auf Menschen sozialisierte Katze, die in der sensiblen Phase nicht auf Menschen "geprägt" wurde, würde sich sicherlich distanzierter und eventuell auch angstaggressiv verhalten.

Somaya hat einen guten Teil ihres jungen Lebens auf der Straße zugebracht und dort auch ihre Kinder bekommen müssen. Gemeinsam mit Söhnchen Flake konnte sie gerettet werden.

Viele Straßenkatzen sind sozial mit Artgenossen - aus einem Grund: Es macht keinen Sinn, sich stets und ständig mit anderen Katzen zu streiten. Das schwächt die Chancen für das eigene Überleben. Das heißt nicht, dass Straßenkatzen im Rudel jagen. Aber sie respektieren die anderen und häufig geben sie sich gegenseitig Schutz und Sicherheit beim harten Leben auf der Straße.Somaya hat, warum auch immer, anders entschieden.

Sie hat mehrfach gezeigt, dass sie auf andere Katzen nicht nur keinen Wert legt. Sie will sie auch einfach nicht dulden. Sie zeigt eine territoriale Aggression ihnen gegenüber. Oder anders ausgedrückt: "Sie duldet keine anderen Götter neben sich."

Die klassische Einzelkatze

Warm ich das so betone? Weil ich es für gut gemeint, aber falsch und gefährlich halte, alle Individuen in einen Topf zu werfen. Unter allen Umständen sollten wir versuchen, das jeweilige Tier mit seinen Bedürfnissen zu verstehen und zu respektieren. 

  • Zeigt eine Katze die Tendenz, andere Tiere im Haushalt zu bedrängen?
  • Greift sie auch aus für sie ungünstigen Positionen an, etwa von unten?   
  • Vertreibt sie andere Katzen von deren Lieblingsplätzen?
  • Verlegt sie ihnen den Weg?
  • Hindert sie andere Katzen, die Toilette zu benutzen?
  • Verjagt sie Artgenossen vom Fressnapf? 
  • Möchte sie den Menschen offensichtlich nicht teilen?     


Dann spricht vieles für eine territorial aggressive Katze. Oder anders gesagt: Dieses Tier möchte einfach nicht mit anderen leben und der Versuch einer Vergesellschaftung wird fast immer scheitern.

Unter solchen Zwangsvergesellschaftungen leiden alle Mitbewohner eines Haushalts, Menschen wie Tiere. Und noch so gut gemeinte Sätze wie: "Man soll Katzen nie alleine halten" sind schlichtweg falsch und gefährlich.

Es gibt soziale, es gibt gesellige Katzen. Es gibt solche, die fakultativ sozial sind. Und es gibt die, die eben lieber alleine leben wollen.

Und entgegen einer ziemlich naiven Behauptung sind die ungeselligen Tiere eben nicht immer vom Menschen dazu gemacht worden. Somaya ist das beste Beispiel.

Sie sucht nun wirklich: Einen Einzelplatz ohne andere Tiere, dafür aber Menschen mit viel Zeit. Sie braucht körperliche und geistige Auslastung und Beschäftigung, am liebsten einen sicheren Garten, wenigstens aber einen Balkon. 

Somaya lebt in einer Pflegestelle in Dortmund, wird mit Schutzvertrag, Schutzgebühr bundesweit vermittelt. Bei Interesse leite ich gerne eine Nachricht weiter.

Kontakt: vierpfotenprofi@googlemail.com





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