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12.11.18

Was passt besser: Kater oder Katze?

Die ewige Frage nach dem Geschlecht

Gerade wieder gelesen: Soll ich, wenn ich ein Geschwisterpärchen aufnehme, lieber Kater und Katze oder zwei Katerchen aufnehmen?

Prompt kamen auf diese Frage in einer facebook-Gruppe schon gleich zehn Antworten, und alle erzählten von ihren eigenen Erfahrungen. Die einen hatten eine gemischtgeschlechtliche Gruppe, die anderen nur zwei Kater oder eben zwei Kätzinnen.
Gimli und Otto
Gibt es eine Antwort auf diese Frage, die allgemein gültig ist? Nein, gibt es nicht. Denn das würde ja bedeuten, ein Tier allein auf sein Geschlecht zu reduzieren. Dann wären ja alle Kater rabiat, raubeinig, trampelig, aggressiv, würden extrem körperbetont spielen...

Und was wären dann die Kätzinnen? Zickig, ängstlich, divenhaft, sensibel?

Aha. Klappt das bei Männern und Frauen auch? Bei Rothaarigen und bei Blonden? Sind alle immer....? Das wäre ziemlich platt, oder?

Was formt den Charakter?


Wahr ist, dass der Charakter eines Tieres und sein Verhalten von unendlich vielen Komponenten geprägt wird: Genetik/Rasse, Gesundheit (auch der Eltern) Aufwachsen im Familienverband, Anzahl der Geschwister, "Prägung" und Sozialisierung, Kontakt mit Menschen, Hunden, anderen Tieren, Lernerfahrungen, Lebensgeschichte......     

Kurzum: Es ist viel zu kompliziert, um es auf einfache Formeln zu reduzieren. Und jede Erfahrung, die jemand mit einer gleichgeschlechtlichen wie gemischtgeschlechtlichen Gruppe macht, ist genau das: EINE Erfahrung, die mit anderen nicht zu vergleichen ist.
Es gibt Kätzinnen, die in einer boy group aufwachsen und rabiater sind als jeder Kater. Und es gibt Kater von sanftestem Charakter und extrem biestige Kätzinnen und und und...

Ja, es gibt Ethologen oder Tierärzte wie Sabine Schroll, die eindeutig Stellung beziehen und für das eine oder andere plädieren. Das kann man als Hinweis verstehen, als Ratschlag, aber nicht als ein verbindliches "Muss".

Halima und Otto

Wonach suche ich zwei Katzen aus?


Müssen müssen wir nur eines: Sehr gut überlegen und noch besser beobachten: Wie sehen die jeweiligen Charaktere aus? Wie ist die Vorgeschichte und welche Erfahrungen haben die Tiere?
Niemand von uns kann hellsehen. Selbst, wenn alles passend zu sein scheint, sind Katzen eben lern- und damit wandlungsfähig und reagieren auf ihre Umwelt und Haltungsbedingungen mit verändertem Verhalten. So kann es immer sein, dass zwei, die sich geliebt haben, plötzlich erbitterte Feinde werden. Und das trifft auf Kater wie auf Katzen zu.

A propos: Ich habe derzeit drei Kater, oder wie eine Kollegin erstaunt meinte: "Das geht doch gar nicht, oder?" 
Doch geht. Gut. 

Meeko und Gimli
Warum? Weil es drei eher ängstliche, soziale Buben mit ähnlicher Lebenserfahrung in ähnlichem Alter sind. Und das halte ich allemal für wesentlich wichtiger als das Geschlecht alleine.