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11.9.08

Stiftung Warentest: Katzenfutter - wie sind die Ergebnisse zu werten?

Stiftung Warentest hat ja im letzten Heft wieder einmal Katzenfutter unter die Testerlupe genommen. Und dabei sind - auch zum wiederholten Mal - recht erstaunliche Ergebnisse heraus gekommen.

Getestet wurden 30 Futter, davon 28 Nass- und 11 Trockenfutter.Testsieger: IAMS Adult, gefolgt von Animonda Vom Feinsten, Yarrah Bio Paté und Gourmet Gold. Kurz danach kommen schon die Diskounter-Billigfutter Rossmann Winston, Edeka Gut und günstig, Lidl Opticat, Plus Julia Menü. Schlecker feine Häppchen und Aldi Nord Topic. Da frage ich mich doch, warum ich jahrelang so genanntes Premiumfutter für teures Geld gekauft habe, wenn es mit Aldi und Co doch billiger geht, oder nicht?

Auch Tester müssen sich gefallen lassen, dass man ihr Urteil kritisch betrachtet: Zum Beispiel ist für die Wertung nicht allein ausschlaggebend, dass der Nährstoffbedarf erfüllt und das Calcium-Phosphor-Verhältnis ausgewogen ist. Auch die Deklaration wirkt sich aus. Eine grundsätzlich richtige Entscheidung: denn wer nicht sagt, was in seinem Futter drin ist, kann nicht erwarten, dass man ihm vertraut.

Nur muss eben auch berücksichtigt werden, dass dadurch eine Sorte wie z.B. Almo nature zu ihrem "mangelhaft" gekommen ist. Als reines Fleischfutter ohne Knochen- und damit eben auch ohne Calciumanteile hat es ein "mangelhaft" bekommen. Auch, weil es eben nicht gekennzeichnet ist, wie es sein sollte: KEIN ALLEINFUTTER!

Schlimmer finde ich da aber schon, dass die Verwendung von Zucker in so manchem als passabel getesteten Futter von den Autoren recht kritiklos hingenommen wird.

Katzen haben keine Geschmacksempfindung für Süßes, was also hat Zucker im Katzenfutter zu suchen? Die Antwort geben die Tester so: Die Farbe wirkt fleischiger, die Konsistenz stückiger. Ach ja? Soll der Mensch das Futter verdauen oder die Katze?

Überhaupt geht Warentest in der Rubrik "Fragen, Mythen und Irrtümer" doch außerordentlich lax mit wichtigen Fragen der Katzenernährung um und wärmt seinerseits alte Irrtümer und Vorurteile auf. Barfen wird in zwei Sätzen abgetan, Tiermehl ist angeblich im Futter nicht enthalten. Und mit dem Thema Trockenfutter wird auch recht großzügig umgegangen: Nein, Trockenfutter ist NICHT artgerechte Fütterung, noch weniger als Fleischbrei aus der Dose. Und es trinken eben NICHT alle Katzen genug, um das Flüssigkeitsdefizit auszugleichen.

Auch der Frage, was nun wirklich in den Futtern enthalten ist, geht Stiftung Warentest ziemlich lapidar aus dem Weg: "Die genaue Zusammensetzung verraten die Hersteller nicht". Genau das, das Verschweigen und Hinweggehen über kritische Punkte, macht mich aber auch misstrausich gegenüber solchen immer wieder auftauchenden Tests.