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28.7.08

Wie zeigt sich Demenz bei Katzen?

Foto:Pixelio


Wenn sie nicht mehr wissen, was sie tun

Auch Katzen leiden an Alterserscheinungen

Benno hatte ein gutes Leben, bis er zwölf Jahre alt war. Dann starb seine Halterin und der Karthäuserkater kam zu einer Familie mit zwei anderen, wesentlich jüngeren Katzen und zwei wilden Kindern. Nach einem Jahr dort nahm seine jetzige Besitzerin den völlig verstörten Kater zu sich. Eigentlich hätte Benno nun wieder in ruhiges, friedliches Leben führen können. Aber er veränderte sich zunehmend. Mit 16 Jahren war er laut Tierarzt zwar immer noch körperlich in Bestform, aber sein Verhalten machte seiner neuen Besitzern großen Kummer: Benno spielte nicht, er suchte zwar Nähe, ließ sich aber nicht mehr streicheln, sondern wendete sich wieder ab. Und vor allem: Er schrie. Und zwar so laut und durchdringend, dass sich bereits die Nachbarn beschwerten. Denn der Senior heulte und jammerte nachts ebenso wie tags, egal ob Menschen um ihn herum waren oder nicht. Und er ließ sich durch nichts unterbrechen.
Sonny dagegen, auch schon ein würdiger Katerherr von 17 Jahren mit vielen Altersgebrechen, fing von einem Tag auf den anderen an, immer vor seine Toilette zu urinieren. Seiner Besitzern fiel auf, dass er anscheinend ziellos suchend durch die Wohnung irrte, sich manchmal abdrehte und einen verwirrten Eindruck machte. Auch er schrie häufiger als früher, meistens nachts. Andere Katzenhalter berichten davon, dass ihre sonst so reinlichen Tiere nicht nur neben die Toilette machen, sondern plötzlich anscheinend ungerührt im eigenen Urin liegen.
Solches Verhalten ist für den Tierhalter oft sehr erschreckend, denn sie verstehen nicht, warum sich das vertraute Tier plötzlich so verändert. Die Ursache liegt häufig in einem Krankheitsbild, das auch beim Menschen vorkommt: Demenz. Bislang gibt es nur wenige Untersuchungen zu diesem Thema und ein bestenfalls begrenztes Datenmaterial, aber es existieren Hinweise darauf, dass Demenz bei Katzen, die älter als 15 Jahre sind, sehr häufig auftritt. Zwar werden die Samtpfoten dank unserer Pflege und guter medizinischer Versorgung heute auch schon 20 Jahre und älter – nur vergessen wir Menschen leicht, dass die ursprüngliche Lebenserwartung einer Katze sehr viel niedriger liegt.
Aber auch Altersverwirrung bei einem geliebten Tier ist kein Grund zur Verzweiflung: Es gibt Medikamente mit Wirkstoffen, die zum Beispiel auch bei menschlichen Patienten die Dopaminproduktion regeln und die bei Katzen gute Erfolge erzielen. Richtig eingestellt, kann das Tier damit weiter ein friedliches Leben führen, vor allem wenn der Halter für möglichst wenig Veränderung in der häuslichen Umgebung sorgt. Viel ruhige Zuwendung, aber durchaus auch Motivation zum Spieltraining halten Körper und Geist so fit wie möglich – damit der Minitiger noch lange ein gutes Leben führen kann.