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6.3.06

Österreich: Tierheim-Katzen mit H5N1-Virus infiziert

Das gefährliche Vogelgrippe-Virus ist in der Steiermark jetzt auch bei drei Katzen nachgewiesen worden. Die Tiere stammen aus dem Grazer Tierheim "Arche Noah", wo der gesamte Federviehbestand Mitte Februar nach einem H5N1-Fall getötet worden war. Das Virus war über einen erkrankten Schwan eingeschleppt worden, den Spaziergänger in dem Heim abgegeben hatten. In der Folge hatten sich 14 Schwäne, Enten, Hühner und eine Gans angesteckt.

Da die Katzen im Heim Kontakt zu dem Geflügel hatten, wurden auch sie stichprobenartig mit Rachentupferproben getestet. Wie der steirische Agrarlandesrat Hans Seitinger am Montagnachmittag in einer Pressekonferenz bestätigte, seien die drei Katzen - davon eine wiederholt - im Labor der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Mödling positiv befundet worden. Zwei Katzen hätten die Krankheit allerdings bereits überwunden, beim zweiten Test waren sie negativ. Alle drei Tiere sind am Leben.

Die infizierten Katzen werden nun gemeinsam mit dem gesamten Katzenbestand von rund 170 Tieren noch am Montag ins Burgenland transportiert, wo sie in an der Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität unter besonderen Sicherheitsbedingungen untergebracht und beobachtet werden. Das Tierheim "Arche Noah" wurde bis auf weiteres gesperrt.

Wichtig sei es jetzt, so Seitinger auf der Pressekonferenz, keine Panik auszurufen, damit Katzen nicht ausgesetzt werden. Er betonte, dass es sich um eine Infektion in einem geschlossenen Heim gehandelt habe. Die Situation sei "unumstritten sehr heikel und sehr sensibel", man wolle jedes Risiko ausschalten. Die Tiere sollen jedoch nicht eingeschläfert werden.

"Nicht sonderlich überrascht" über die ersten Fälle in Österreich von mit dem H5N1-Virus infizierten Katzen zeigte sich am Montag der Veterinär-Pathologe Univ.-Prof. Dr. Herbert Weißenböck von der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Eine Übertragung des Virus von Vögel auf Säugetiere bezeichnete der Wissenschafter aber als "äußerst schwierig", jene auf Menschen als "überaus unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich".

"Es ist schon länger bekannt, dass der H5N1-Virus auf alle möglichen Spezies - bis hin zum Menschen - übergreifen kann", sagte Weißenböck. Trotzdem sei es unwahrscheinlich, dass Katzen die gefährliche Vogelkrankheit auf den Menschen übertragen. "Fest steht, dass noch eine Menge an Untersuchungs- und Forschungsbedarf besteht. Man weiß einfach noch sehr wenig", betonte der Tiermediziner.