Herzlich willkommen bei den Vierpfotenprofis

Eine neue Katze kommt ins Haus und der Frieden ist dahin? Ihre Samtpfote hält das Sofa für die Toilette? Ich erarbeite mit Ihnen ein Konzept zur Lösung des Problems, etwa bei Unsauberkeit, Markieren, Zerstörungswut, Aggression gegen andere Tiere oder Menschen. Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne. Beratung, die länger dauert als zehn Minuten, ist kostenpflichtig. Preise und Leistungen sehen Sie auf der Seite rechts.

16.10.18

Katze beisst Mensch



Dass aus der Samtpfote ein Bengalischer Tiger wird, das kann passieren. Als Jäger verfügen unsere Hauskatzen über ein beeindruckendes Waffenarsenal – nicht nur zur Verteidigung. Aber fast immer richten sich ihre Angriffe gegen Beute, denn spricht man von der sogenannten Beuteaggression. Oder die Miezen duellieren sich um Rang, Revier und Ressourcen mit anderen Artgenossen. Das ist die territoriale Form der Aggression. Und nur äußerst selten kommt es überhaupt vor, dass eine Katze einen Menschen angreift.

Was können die Gründe sein?

Viele Zweibeiner sind extrem erschrocken und ängstigen sich, wenn die Samtpfote zur Kratzbürste wird. Dann ist schnell die Rede von der „Heimtücke und der Hinterlist“ der Tiere. Dabei zeigen die Katzen sehr genau ihre Stimmung an – mit ihrer Körper- und Lautsprache. Erweiterte Pupillen, peitschender Schwanz, nach hinten und seitwärts drehende Ohren, schließlich Fauchen, Grollen und Knurren sind eindeutige Signale. Nur manchmal werden diese so blitzschnell gesendet, dass wir Menschen sie zu spät wahrnehmen.
Zum Beispiel beim Kraulen und Schmusen. Nicht jede Katze mag es, all überall angefasst zu werden. Viele Tiere lieben es, am Kopf und unter dem Kinn gekrault zu werden, aber sie tolerieren es nicht, wenn der Mensch den hinteren Rücken oder den Schwanzansatz berührt. Dann packen blitzschnell vier Pfoten die streichelnde Hand und halten sie fest. Das ist im Grunde eine reaktive Aggression, eine Abwehr deiner Katze, wenn du ihre persönliche Grenze überschritten hast.

Offensive und defensive Aggression

Auch eher defensiv, also verteidigend, ist die Aggression einer Katzenmutter, die ihre Jungen bedroht sieht. Nähert sich eine Gefahr, zum Beispiel auf zwei Beinen, dann kann aus der kleinsten Kätzin die sprichwörtliche Löwenmutter werden und sie verteidigt ihren Nachwuchs teilweise äußerst imposant mit wilden Attacken auf Beine und Hände. Auch eher defensiv-reaktiv ist die Aggression deiner Katze, wenn du sie zu sehr bedrängst. Vor allem sehr ängstliche Tiere gehen dann zum Angriff über, wenn sie keine Chance mehr haben, auszuweichen, also quasi „mit dem Rücken zur Wand stehen“.
Eher eine offensive Aggression ist die Spielaggression – niedlich anzusehen bei kleinen Katzen mit zierlichen Krallen und „Zähnchen“. Schon ganz anders sieht das aus, wenn die erwachsene Katze dich als ihren Sparringspartner ansieht und rabiat in Beine, Füße und Hände packt und beißt. Das tut nicht nur sehr weh, es ist auch nicht ungefährlich, weil im Katzenmaul immer viele Bakterien sind. Die können beim Biss leicht in die Blutbahn gelangen und für ernsthafte Entzündungen sorgen. 

Katzen, die überzogen rabiat spielen, sind oft alleine ohne Artgenossen groß geworden. Entweder wurden sind sie von Hand aufgezogen oder viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt. Sie hatten keine Chance, ein gutes kätzisches Sozialverhalten zu lernen. Sie kennen keine Grenzen und verwechseln den Mensch mit einem felltragenden Artgenossen. Da hilft dir nur konsequente Erziehung und „Abschreckung“, damit deine Katze lernt, mit dir anders umzugehen als mit einer Katze. Anfauchen, Anpusten oder in die Hände klatschen ist in einem solchen Fall völlig in Ordnung, ebenso wie die Wasserspritze.

Und dann gibt es noch die zum Glück extrem seltenen Fälle, in denen eine Katze wirklich völlig ohne jeden sichtbaren Grund angreift. Auch hier müssen immer erst organische Befindlichkeiten gründlich abgeklärt werden. Akute Schmerzen oder Infektionen sorgen unter Umständen für Angst und Aggression. Zum Glück sind neurologische Probleme oder Hirntumore bei den Miezen eher selten, aber auch nicht gänzlich auszuschließen. Aufschluss bringt hier nur ein bildgebendes Verfahren wie ein Computertomogramm.