Herzlich willkommen bei den Vierpfotenprofis

Eine neue Katze kommt ins Haus und der Frieden ist dahin? Ihre Samtpfote hält das Sofa für die Toilette? Ich erarbeite mit Ihnen ein Konzept zur Lösung des Problems, etwa bei Unsauberkeit, Markieren, Zerstörungswut, Aggression gegen andere Tiere oder Menschen. Rufen Sie mich an, ich helfe Ihnen gerne. Beratung, die länger dauert als zehn Minuten, ist kostenpflichtig. Preise und Leistungen sehen Sie auf der Seite rechts.

24.1.13

Katze ist unsauber und macht ins Bett statt ins Katzenklo




Dieses Gespräch ist fiktiv. Es hat so nie stattgefunden. Und es hat schon hundert Mal so stattgefunden. Denn die Problematik „Unsauberkeit“ ist bei Katzen weit verbreitet. Oder ist das Vermeiden der Toilette weil so „anrüchig“, das, was Katzenbesitzer am heftigsten umtreibt? Die Angaben zu Geschlecht und Alter sind hier eher wahllos. Genauso gut könnte es auch eine 14 Jahre alte Kätzin sein.. Die Anrufe ähneln sich, die Problematik auch...

Anruf Katzenhalterin: Mein Kater ist unsauber. Er macht ständig ins Bett und zwar auf der Seite, auf der mein Freund schläft. Er will offensichtlich gegen ihn protestieren. Wenn das so weiter geht, gebe ich den Kater ab.

Tierpsychologe:  Wie alt ist der Kater? Ist er kastriert? Seit wann macht er das? Benutzt er die Toilette nie mehr oder manchmal noch?

Katzenhalterin: Acht Monate, kastriert, setzt Kot in die Toilette, Urin nur noch ganz selten, seit sechs Wochen.

Tierpsychologe: Wann waren Sie denn zum letzten Mal beim Tierarzt und wurde jemals der Urin untersucht?

Katzenhalterin: Der Kater kann nicht krank sein. Er frisst normal und außerdem hatte er eine schon mal eine Blasenentzündung, die ist aber auskuriert. Er ist also gesund.

Tierpsychologe: Woher wissen Sie das?
Katzenhalterin: Mein Tierarzt hat gesagt, der Kater zeigt auf diese Weise seine Unzufriedenheit. Er protestiert gegen irgendwas.

Tierpsychologe: Aha, womit ist er denn unzufrieden?
Katzenhalterein: Das wissen wir nicht, deshalb rufe ich Sie ja an.

An dieser Stelle tiefer Stoßseufzer des Tierpsychologen. Und längere Vorträge, hier kurz zusammengefasst:
1.       Es gibt kein Protestpinkeln.
2.       Katzen zu unterstellen, sie wüssten, wie Menschen auf Uringeruch reagieren und    dann bewusst diesen Geruch zu benutzen, um gegen Menschen zu protestieren, ist absolut verqueres menschliches Denken.
3.       Tieren menschliches Denken und Verhalten zu unterstellen ist nicht nur sinnlos, sondern gefährlich und ungerecht dem Tier gegenüber.

4.       Es geht KEIN, aber auch KEIN Weg daran vorbei, den URIN UNTERSUCHEN ZU LASSEN.
5.       Blasenentzündungen und Harngrieß gehören zu den häufigsten Erkrankungen in jedem Katzenalter. Sie verursachen schlimme Schmerzen und führen zu einem Meideverhalten. Wen wundert das ?
6.       Katzenklos mit Deckel und Schwingtür sind von Menschen für Menschen, nicht für Katzen gemacht. Sie erfreuen höchstens diejenigen, die damit Profit machen – aber NIEMALS eine Katze.

Eine Woche später: Anruf der Katzenhalterin. Beim Tierarztbesuch hat sich ergeben, dass der Kater erhebliche Mengen Blut im Urin hatte. Außerdem sind Kristalle festgestellt worden. Ob Struvit oder Oxalat, muss noch festgestellt werden.
ABER: Noch immer steht in jedem Katzenforum zu lesen: „Katzen pinkeln aus Protest“. Inklusive einiger ebenso seltsamer wie wirklich gefährlicher Ratschläge.

Das ist einfach nur erschreckend. Und noch erschreckender ist, dass es Menschen gibt, die das unkritisch glauben.
In diesem Sinne: Fragen Sie nach!