Herzlich willkommen bei den Vierpfotenprofis

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14.5.12

Und das soll eine Begrüßung sein?


Ist das nicht herrlich und so anrührend? Wir kommen aus dem Urlaub zurück und unser Hund freut sich wie verrückt. Er springt stürmisch hoch, leckt das Gesicht, bellt sich schier heiser – das muss wahre Liebe sein. Was tun dagegen die Damen und Herren Katze? Nichts dergleichen. Weder sausen sie herbei, noch miauen sie vor Freude, noch springen sie auf den Arm. Im Gegenteil, wer versucht, seine Samtpfoten zwangsweise zu beschmusen, weil das Glück mit ihm durchgeht, der kann sich nicht selten auf einen mehr oder minder heftigen Tatzenhieb einstellen. Langsam und vorsichtig nähert sich, wenn überhaupt, das Katzentier, nur um dem empörten Halter dann demonstrativ das Hinterteil zuzudrehen. «Ist das zu glauben? Lässt sich Protest noch eindeutiger zeigen, als sich einfach abzuwenden?» Schon ist das vier- und zweibeinige Missverständnis perfekt.
In Wirklichkeit sind Katzen Gewohnheitstiere und Veränderungen können sie schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu gehört die Abwesenheit eines vertrauten Menschen. Eine gewisse Vorsicht bei seiner Rückkehr ist da nur natürlich. Und das Abwenden des Körpers muss nicht unbedingt mit Desinteresse zu tun haben. Wenn die Katze den Schwanz dabei hoch erhebt oder leicht zur Seite legt, kann es durchaus die Einladung zu einer freundlichen Analkontrolle sein – eben ein Begrüßungsangebot der anderen Art. Wer solch nett gemeinte Aufforderungen nicht zu würdigen weiß und stattdessen darauf besteht, seinen Haustiger stürmisch zu herzen und zu drücken, begeht einen groben Fauxpas.
Da kann eine Mieze schon eher verzeihen, wenn sie nur verbal begrüßt, aber so lange in Ruhe gelassen wird, bis sie selbst entscheidet, Kontakt aufzunehmen. Zum Beispiel, wenn nach allem Auspacken und Aufräumen Ruhe eingekehrt ist und die ungeteilte Aufmerksamkeit endlich wieder ihr alleine gehört. Aber vielleicht streicht sie ja auch schon ganz sanft und leise um die Beine oder stupst zart mit dem Köpfchen dagegen? Das ist zwar nicht so laut, wie Hundegebell, aber auf Samtpfotenart doch völlig eindeutig eine freundliche Begrüßung. Denn beim Reiben werden die körpereigenen Duftstoffe auf den jeweils Anderen übertragen und in das eigene Fell aufgenommen. «Alle duften wir gleich, alle sind wir eine Familie», könnte das heißen. 

 

Auszug aus dem Buch: Miau, Katzensprache richtig deuten