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27.7.11

Warum soll ich Pflegstelle werden? Gespräch mit Anette Wäger

Anette Wäger, unser Vorstandsmitglied und langjährige Pflegestelle

Wir suchen dringend Pflegestellen: Derzeit vor allem für Katzen, denn es ist Sommerzeit und die ungewollten und mutterlosen Katzenkinder brauchen dringend ein Zuhause. Aber auch viele andere Katzen warten auf liebevolle Menschen. 

Warum sind Sie Pflegestelle geworden?
Weil ich Hunden helfen wollte. Aus zeitlichen Gründen kommt für mich ein Engagement im Tierheim nicht in Frage, da wir noch zwei eigene Hunde haben, die natürlich auch nicht zu kurz kommen sollen. Und da meine beiden sehr verträglich sind, spielt es keine große Rolle, ob nun zwei oder drei Hunde hier leben.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Pflegehund?
Ja, das war Elenie, eine kleine Schnauzermischlingshündin aus Griechenland. Sie war taub und sehbehindert, aber noch gut zu Fuß und voller Lebenslust. Inzwischen sind es in all den Jahren 14 Hunde gewesen, die hier bei und mit uns gelebt haben.

Gibt es ein besonderes Tier-Schicksal, an das sie sich erinnern?
Ich erinnere mich noch an alle Pflegehunde, denn jeder war etwas Besonderes. Die größte Verwandlung hat Nabucco (genannt Theo) durchgemacht. Er kam als stinkender großer „Bobtail-Irgendwas-Mischling“ aus Rumänien zu uns, wo er über fünf Jahre in einem Beton-Zwinger gelebt hatte. Den ersten Tag verbrachte er im Garten, zurückgezogen in den Büschen, weil er mit sich und dem Leben schon komplett abgeschlossen hatte. Aber nach zweimaligen Baden, Haareschneiden und Pediküre wurde aus ihm ein lebenslustiger, etwas eigenwilliger Strubbel-Hund: Ein Phoenix aus der Asche.

Was ist das Besondere an der Arbeit als Pflegstelle?
Das Schöne an der Arbeit als Pflegestelle ist, zu erleben, wie aus einem Häufchen Elend ein lebensfroher Hund wird. Und es gibt Hunde, die finde ich einfach nett und in andere habe ich mich mit allen Macken und Eigenarten verliebt. Aber wenn ich sehe, dass der Hund freudig mit seinen neuen Menschen mitläuft, dann fällt mir auch die Trennung leichter, weil ich weiß, dass es der Aufbruch in ein neues, besseres Leben ist. 


Welche Vorteile hat die Unterbringung in der Pflegestelle eigentlich für das für den Hund?
Der Hund kommt in eine „normale“ Umgebung, nicht in einen Zwinger. Er nimmt am Alltagsleben teil. Besonders Hunde mit Verhaltensproblemen wie Ängsten, Unsicherheit oder fehlender Stubenreinheit werden so vermittlungsfähig. Verhaltensauffälligkeiten, die durch eine Zwingerhaltung entstehen können, werden vermieden. Gerade Hunde, die aus schlechter Haltung kommen, müssen erst einmal sehr viel lernen, um vermittelt werden zu können. Hunden, die aus persönlichen Gründen abgegeben werden, wird der Schock des Tierheimaufenthaltes in einem Zwinger erspart.

Welche Voraussetzungen sollten denn Menschen mitbringen, die Pflegestelle werden wollen?



Man sollte in erster Linie Zeit für das Tier aufbringen und die Tätigkeit als Pflegestelle muss mit dem täglichen Zeitablauf vereinbar sein. Besonders in den ersten Wochen ist viel Geduld erforderlich, um das Tier in seinen Eigenarten kennenzulernen und es in den Tagesablauf zu integrieren. Dabei ist die Unterstützung von Familie und Partner besonders wichtig. Schließlich ist es auch von Vorteil, wenn jemand Gesundheitsprobleme des Tieres erkennen und entscheiden kann, wann ein Tierarztbesuch notwendig ist. Und last but not least: Eine Pflegestelle sollte auch Gespräche mit Interessenten führen können, um festzustellen, ob Mensch und Tier zusammen passen.