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3.11.08

Vergesellschaftung älterer Katzen Teil I


(Foto: Toffi im Balkonkasten)

Ein Plädoyer für ältere Katzen und ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht über eine Zusammenführung.

Hier schreibt eine Katzenhalterin über ihre Erfahrungen mit zwei "Seniorinnen" und das, so hoffen wir, macht auch vielen anderen Katzenfreunden Mut, es doch einmal zu probieren...Aber bitte lesen Sie selbst..

Zugegeben: Babykatzen sind süß. Babykatzen sind sogar sehr süß. Aber in wenigen Wochen wird aus dem Katzenbaby ein pubertierender Wildfang (meistens jedenfalls) und dann kommen ja erst mal die Flegeljahre und überhaupt: Sauberkeitserziehung, abgeräumte Regale, zerkaute Kabel und zerfetzte Tapeten? Muss nicht sein. Sorry, aber muss wirklich nicht sein.

Deshalb war für meinen Freund und mich eines klar, als wir uns für eine Katze (aus dem Tierheim) entschieden: Bloß kein zu junges Tier. Lieber ein liebes Mädchen oder einen freundlichen Kater, den keiner mehr will und der nicht jeden Tag den Schrank ausräumt und zwei Stunden täglich bespielt werden muss (schließlich sind wir beide berufstätig und arbeiten hart). Und bitte keine Verpflichtung über zwei Jahrzehnte. Schließlich wissen wir ja gar nicht, wie wir uns als frischgebackene Katzeneltern so machen.

Und dann kam unser „Mäuschen“ Hui Buh und schlug ein wie eine Bombe. Wir liebten sie über alles. Ich weiß, man soll vorsichtig mit vermenschlichenden Begriffen sein, aber ich kann es einfach nicht anders nennen: Dieses Tier war uns zutiefst dankbar und ungeheuer loyal. Und eine Charakterkatze obendrein: Ein auf 9 Jahre geschätztes Fundtier, ausgesetzt an einer Tankstelle. Im Tierheim (unkastriert) unverträglich mit Artgenossen. Unsicher und wehrhaft. Eine Katze mit schlechten Chancen. Weshalb man sie uns als berufstätiges Pärchen als Einzelkatze überhaupt vermittelte.

Was soll ich sagen? Wir wären glücklich gewesen bis ans Ende unsere Tage, wenn da nicht eine Kleinigkeit gewesen wäre, die uns zu schaffen machte. Immer, wenn wir Abends nach Hause kamen (manchmal nach 10, 11, 12 Stunden), überschlug sich Hui schier vor Freude und ließ uns den ganzen Abend nicht aus den Augen. Wir fragten uns: Dürfen wir ihr das zumuten, sie jeden Tag so lange allein zu lassen? Auch fiel uns bei ihren Stippvisiten im Hof auf, dass sie sich sehr wohl für Artgenossen interessierte. Also planten wir nach reiflicher Überlegung und mit bangem Herzen, es mit einer Zweitkatze zu versuchen.

Die Wahl fiel auf Toffi-Fee, ein 14 jähriges Mischlingsmädchen aus Spanien, das auf einer Münchner Pflegestelle auf eine späte Chance wartete. Die ersten 24 Stunden sperrten wir Toffi im Schlafzimmer ein, um ihr Sicherheit zu bieten. Hui merkte natürlich, dass irgendetwas nicht stimmte und fauchte den fremden Geruch an, den wir ihr unterjubelten, wo wir konnten. Als sie am nächsten Tag vor dem Schlafzimmer Posten bezog, entschieden wir uns, das Geheimnis zu lüften und öffneten die Tür. Hui trat zielsicher ans Bett, unter dem Toffi auf einem Schaffell Quartier bezogen hatte, spähte darunter und fauchte und knurrte im Replaymodus. Nach beendeter Demonstration ihres Missfallens drehte sie ab und zog sich zurück.
Beim Rückzug blieb es dann auch die nächste Zeit. Hui fauchte, wenn ihr Toffi zu nahe kam, hielt aber meist Abstand und war offensichtlich unglücklich. Sie mied uns, wenn wir versuchten, sie zu trösten und mit ihr zu schmusen, wich sie uns aus oder fauchte uns sogar an, was sie bisher nie getan hatte. Toffi hingegen machte sich so unsichtbar wie möglich und suchte Schutz bei uns.

FORTSETZUNG MORGEN